Die Hummeln (Bombus) sind eine Gattung pelziger, staatenbildender Wildbienen und gehören damit zur selben Familie wie die Honigbiene. Mit ihrem dichten Pelz, der gedrungenen Gestalt und dem typischen Brummen sind sie unverwechselbar. Hummeln sind hervorragende Bestäuber und in Mitteleuropa mit rund 40 Arten vertreten.
Lebensweise
Anders als die meisten Wildbienen, die solitär leben, bilden Hummeln – ähnlich der Honigbiene – einjährige Staaten. Der Ablauf eines Hummeljahres:
- Frühjahr: Eine begattete Jungkönigin überwintert im Boden und gründet im zeitigen Frühjahr allein ein neues Nest – oft in verlassenen Mäusenestern, Hohlräumen oder Vogelnistkästen
- Nestaufbau: Die Königin legt erste Eier, füttert die Larven selbst und zieht die ersten Arbeiterinnen groß
- Sommer: Die Arbeiterinnen übernehmen Sammeln und Brutpflege, der Staat wächst auf 50 bis einige hundert Tiere
- Spätsommer: Es werden Jungköniginnen und Drohnen aufgezogen; nach der Paarung sterben das alte Volk und die Drohnen
- Herbst/Winter: Nur die begatteten Jungköniginnen überwintern und beginnen im Folgejahr den Zyklus von Neuem
Hummelstaaten sind also viel kleiner und kurzlebiger als Honigbienenvölker und legen keine großen Honigvorräte an.
Bestäubungsleistung
Hummeln sind außergewöhnlich wertvolle Bestäuber, in mancher Hinsicht der Honigbiene überlegen:
- Kälteaktivität – durch ihren Pelz und die Fähigkeit, durch Muskelzittern Wärme zu erzeugen, fliegen sie schon bei wenigen Grad über null und auch bei schlechtem Wetter
- Vibrationsbestäubung – Hummeln können durch Vibration den Pollen aus bestimmten Blüten „herausschütteln“ (Buzz Pollination); das beherrschen Honigbienen nicht. Wichtig z.B. bei Tomaten, Heidelbeeren
- Langer Rüssel bei manchen Arten – erreichen tiefe Blütenkronen
- Hohe Blütenstetigkeit und Sammelgeschwindigkeit
Im professionellen Gartenbau werden gezüchtete Hummelvölker (vor allem die Dunkle Erdhummel) zur Bestäubung von Gewächshauskulturen wie Tomaten und Paprika eingesetzt.
Häufige Arten in Mitteleuropa
- Dunkle Erdhummel (Bombus terrestris) – sehr häufig, schwarz mit gelben Binden und weißem Hinterleibsende
- Steinhummel (Bombus lapidarius) – schwarz mit rotem Hinterleibsende
- Ackerhummel (Bombus pascuorum) – bräunlich, oft in Gärten
- Wiesenhummel (Bombus pratorum) – klein, früh im Jahr
- Gartenhummel (Bombus hortorum) – langrüsselig
- Baumhummel (Bombus hypnorum) – nistet gern in Höhen, etwa in Vogelnistkästen
Daneben gibt es die Kuckuckshummeln (Psithyrus), die als Brutparasiten in Hummelnester eindringen.
Stechverhalten
Hummeln gelten als ausgesprochen friedfertig. Sie stechen nur, wenn sie sich unmittelbar bedroht fühlen oder das Nest verteidigen. Anders als die Honigbiene haben Hummeln keinen Widerhaken am Stachel und können daher mehrfach stechen, ohne zu sterben. Stiche sind aber selten.
Schutz
Alle heimischen Hummelarten stehen in Deutschland unter Naturschutz. Viele Arten sind durch Lebensraumverlust, Pestizide und Trachtmangel gefährdet. Hilfreich sind: ein durchgehendes Blütenangebot vom Frühjahr bis Herbst, der Verzicht auf Pestizide, das Stehenlassen von Wildecken und Nistmöglichkeiten im Garten sowie das Pflanzen von Trachtpflanzen.