Die Dunkle Erdhummel (Bombus terrestris) ist eine der häufigsten und bekanntesten Hummelarten Mitteleuropas. Sie ist außerdem die wirtschaftlich bedeutendste Hummel, da sie kommerziell gezüchtet und weltweit zur Bestäubung von Gewächshauskulturen eingesetzt wird.
Merkmale
- Färbung – schwarzer Körper mit zwei gelben Querbinden (eine am Vorderkörper, eine am Hinterleib) und einem weißen Hinterleibsende
- Größe – Königinnen bis 28 mm, Arbeiterinnen 11–17 mm; sie gehört zu den größeren Hummeln
- Kurzer Rüssel – besucht bevorzugt offene oder kurzkronige Blüten
- Sehr ähnlich der Hellen Erdhummel (Bombus lucorum), im Feld kaum zu unterscheiden
Lebensweise
Die Dunkle Erdhummel nistet, wie der Name sagt, meist unterirdisch – oft in verlassenen Mäusenestern, bis zu 1,5 m tief im Boden. Ihre Völker gehören mit bis zu mehreren hundert Tieren zu den individuenreichsten unter den Hummeln.
Sie ist eine der ersten Hummeln im Jahr: Die Königinnen erscheinen bereits an warmen Februar- und Märztagen. In milden Wintern und in Städten kommt es zunehmend zu einer zweiten Generation, die auch im Winter aktiv bleibt (Winterhummeln).
Wirtschaftliche Bedeutung
Seit den 1980er Jahren wird die Dunkle Erdhummel kommerziell gezüchtet. Speziell aufgezogene Völker werden in Kartons an Gärtnereien geliefert und bestäuben dort Gewächshauskulturen – allen voran Tomaten, aber auch Paprika, Auberginen und Erdbeeren. Der Grund: Hummeln beherrschen die Vibrationsbestäubung (Buzz Pollination), die bei Tomaten nötig ist und die Honigbienen nicht leisten.
Diese kommerzielle Zucht ist nicht unproblematisch: Entweichende Zuchthummeln können gebietsfremde Unterarten und Krankheiten in Wildpopulationen einbringen. In manchen Regionen außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebiets gilt die Dunkle Erdhummel inzwischen als invasiv.