Die Holzbienen (Xylocopa) sind die größten heimischen Wildbienen. Mit ihrem tiefschwarzen, kräftigen Körper, den blau schimmernden Flügeln und ihrer Größe von bis zu 28 mm wirken sie eindrucksvoll – und werden wegen ihres lauten Brummens manchmal für eine Hummel oder gar Hornisse gehalten. Tatsächlich sind sie friedliche Solitärbienen.
Die Blaue Holzbiene
Die in Mitteleuropa bei weitem häufigste Art ist die Blaue Holzbiene (Xylocopa violacea). Sie ist unverwechselbar: groß, pechschwarz behaart, mit metallisch blau-violett glänzenden Flügeln. Ursprünglich eine wärmeliebende, südeuropäische Art, hat sie sich im Zuge des Klimawandels in den letzten Jahrzehnten weit nach Norden ausgebreitet und ist heute in weiten Teilen Deutschlands anzutreffen.
Lebensweise
Holzbienen sind Selbstnager: Die Weibchen nagen mit ihren kräftigen Kiefern Gänge in morsches, trockenes Totholz – in alte Baumstämme, Holzpfähle, Balken oder abgestorbene Äste. In diese Gänge legen sie hintereinander Brutzellen an, jede mit einem Pollenvorrat und einem Ei, getrennt durch Wände aus zerkauten Holzspänen.
Die Blaue Holzbiene überwintert als fertiges Insekt (nicht als Larve) und ist daher schon an den ersten warmen Tagen des Jahres aktiv. Sie fliegt von etwa März bis in den Herbst.
Bedeutung und Förderung
Mit ihrem kräftigen Körper und langen Rüssel bestäubt die Holzbiene auch große, tiefe Blüten von Schmetterlingsblütlern (Erbsen, Bohnen, Platterbsen, Glyzinie) und Lippenblütlern. Bei manchen Blüten „bricht“ sie auch seitlich ein, um an den Nektar zu kommen (Nektarraub).
Fördern lässt sich die Holzbiene durch das Stehenlassen von Totholz – alte Baumstümpfe, abgestorbene Äste, unbehandelte Holzpfosten. Aufgeräumte Gärten ohne Totholz bieten ihr keine Nistmöglichkeit. Trotz ihres respekteinflößenden Aussehens ist sie absolut harmlos und sticht nur bei direkter Bedrängung.