Solitärbiene

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Als Solitärbienen (Einsiedlerbienen) bezeichnet man Wildbienen, die – anders als Honigbiene und Hummelnkeinen Staat bilden, sondern einzeln leben. Jedes Weibchen baut, versorgt und verschließt sein eigenes Nest ohne Arbeiterinnen und ohne Königin. Die allermeisten der rund 600 Wildbienenarten Deutschlands sind Solitärbienen – sie stellen also den Normalfall im Bienenreich dar, nicht die Ausnahme.

Lebensweise

Der Lebenszyklus einer typischen Solitärbiene verläuft so:

  1. Ein Weibchen schlüpft im Frühjahr oder Sommer und paart sich
  2. Es legt ein Nest an – im Boden, in Pflanzenstängeln, in Käferfraßgängen im Totholz oder in vorhandenen Hohlräumen
  3. In jede Brutzelle trägt es einen Vorrat aus Pollen und Nektar (Bienenbrot), legt ein Ei darauf und verschließt die Zelle
  4. Mehrere Zellen werden hintereinander angelegt, dann das Nest verschlossen
  5. Das Weibchen stirbt – es erlebt seine Nachkommen nie
  6. Die Larve frisst den Vorrat, verpuppt sich und überwintert; im nächsten Jahr beginnt der Zyklus von Neuem

Es gibt keine Brutpflege im Sinne der staatenbildenden Bienen – die Mutter sorgt durch den angelegten Vorrat im Voraus für ihre Nachkommen.

Nisttypen

Solitärbienen nutzen sehr unterschiedliche Niststrategien:

  • Bodennister – etwa 75 % aller Arten; sie graben Gänge in offenen, sandigen oder lehmigen Boden (z.B. Sandbienen)
  • Hohlraumnister – nutzen vorhandene Hohlräume wie hohle Stängel, Käferfraßgänge, Mauerritzen (z.B. Mauerbienen); sie nehmen Nisthilfen an
  • Selbstnager – nagen Gänge in markhaltige Stängel oder Totholz (z.B. Holzbienen)
  • Mörtel- und Harzbauer – errichten Nester aus Lehm, Sandkörnchen oder Harz an Steinen und Wänden

Bedeutung und Schutz

Solitärbienen sind hocheffiziente Bestäuber – viele sind auf bestimmte Pflanzenfamilien spezialisiert (oligolektisch) und für deren Bestäubung unverzichtbar. Sie sind zudem ausgesprochen friedfertig: Da sie kein Volk und keine Vorräte verteidigen müssen, stechen sie kaum; viele Arten können den Menschen mit ihrem Stachel gar nicht durchdringen.

Zahlreiche Solitärbienenarten sind gefährdet. Hilfreich sind offene Bodenstellen, Totholz, markhaltige Stängel, ein durchgehendes Blütenangebot, der Verzicht auf Pestizide und artgerechte Nisthilfen.

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