Die Sandbienen (Andrena) sind mit über 100 Arten in Deutschland eine der artenreichsten Gattungen der Wildbienen. Sie sind solitär lebende Bodennister und gehören damit zu der großen Mehrheit der Wildbienen, die nicht in Nisthilfen, sondern in der Erde nisten.
Merkmale
Sandbienen sind sehr unterschiedlich gefärbt – von schwarz über rotbraun bis fuchsrot behaart. Die meisten Arten sind klein bis mittelgroß (6–15 mm) und ähneln auf den ersten Blick kleinen Honigbienen. Ein typisches Merkmal sind die Sammelhaare an den Hinterbeinen und seitlich am Hinterleib, an denen sie Pollen transportieren. Viele Arten haben charakteristische helle Haarbinden auf dem Hinterleib.
Lebensweise
Sandbienen graben ihre Nester als senkrechte Gänge in offenen, oft sandigen oder lehmigen Boden – an Wegrändern, in Sandgruben, an Böschungen oder in lückigem Rasen. Von einem Hauptgang zweigen seitlich kurze Brutkammern ab.
Obwohl jede Sandbiene solitär nistet, kommen viele Weibchen oft in großen Aggregationen dicht beieinander vor – an günstigen Stellen können Tausende Nester nebeneinander liegen. Über solchen „Bienenkolonien“ schwirren im Frühjahr ganze Wolken von Sandbienen, was manchmal fälschlich für ein bedrohliches Wespennest gehalten wird. Tatsächlich sind Sandbienen völlig harmlos und stechen praktisch nie.
Spezialisierung und Bedeutung
Viele Sandbienenarten sind auf bestimmte Pflanzen spezialisiert – etwa auf Weiden, Doldenblütler oder Korbblütler. Frühlingsarten wie die Weiden-Sandbiene sind im zeitigen Frühjahr wichtige Bestäuber von Weidenkätzchen und Obstblüten.
Weil Sandbienen offene Bodenstellen brauchen, fördert man sie am besten durch unbewachsene, sonnige Sand- und Lehmflächen im Garten – etwas, das viele aufgeräumte Gärten nicht bieten. Genau hier liegt ihr Schutzbedarf.