Rähmchen

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Das Rähmchen (auch Rahmen oder Wabenrähmchen) ist eines der wichtigsten Grundgeräte der modernen Imkerei. Es ist ein rechteckiger Holzrahmen, in dem die Bienen ihre Wabe bauen und der sich einzeln und unbeschädigt aus der Beute entnehmen lässt. Das bewegliche Rähmchen ist die Grundlage der gesamten heutigen Betriebsweise – ohne es wären Volkskontrolle, schonende Honigernte und gezielte Zucht nicht möglich.

Aufbau

Ein klassisches Rähmchen besteht aus vier Holzleisten, die zu einem Rechteck zusammengefügt sind:

  • Oberträger – die obere, kräftigere Leiste, an der das Rähmchen in der Beute aufgehängt wird; ihre seitlichen Verlängerungen (Ohren) ruhen auf den Falzen der Zarge
  • Seitenteile – die beiden senkrechten Leisten
  • Unterträger – die untere Leiste

In den Rahmen wird in der Regel eine Mittelwand eingelötet, die den Bienen den Wabenbau vorgibt. Damit die Mittelwand und die fertige Wabe stabil gehalten werden, ist das Rähmchen mit dünnem Draht durchzogen, der waagerecht oder senkrecht gespannt und in die Mittelwand eingebettet wird.

Das Prinzip des Bienenabstands

Die entscheidende Eigenschaft des Rähmchens ist, dass es ringsum den exakten Bienenabstand (etwa 6–9 mm) zur Beutenwand und zu den Nachbarrähmchen einhält. Dadurch verkleben die Bienen das Rähmchen nicht mit der Beute, sondern lassen den Abstand als Laufgang frei. Genau das macht die Wabe beweglich – sie lässt sich sauber herausheben, ohne Wachsbau zu zerstören. Diesen Zusammenhang entdeckte Lorenzo Langstroth; das vollständig umrahmte, allseits bewegliche Rähmchen geht auf August von Berlepsch zurück.

Rähmchenmaße

Rähmchen gibt es in verschiedenen, genormten Größen, die jeweils zu bestimmten Beutensystemen passen. In Deutschland sind vor allem gebräuchlich:

  • Zander – das nach Enoch Zander benannte Maß, besonders in Süddeutschland verbreitet
  • Deutsch Normal (DN) – ein traditionelles, weit verbreitetes Maß
  • Dadant – ein größeres Maß, bei dem ein hoher Brutraum mit niedrigeren Honigräumen kombiniert wird
  • Langstroth – das international dominierende Maß

Die Wahl des Maßes ist eine grundlegende Entscheidung für jeden Imker, denn Rähmchen, Zargen, Mittelwände und Geräte müssen zueinander passen. Ein nachträglicher Wechsel des Systems ist aufwendig, weshalb Anfängern empfohlen wird, sich am regional verbreiteten Maß und an dem der örtlichen Imker zu orientieren.

Handhabung und Pflege

Rähmchen werden vor dem Einsatz gedrahtet und mit Mittelwänden bestückt. Ausgediente, dunkle Brutwaben werden im Rahmen des Wabenhygiene-Managements regelmäßig ausgesondert (eingeschmolzen), und die Rähmchen werden gereinigt und neu bestückt. Das beugt Krankheiten vor und hält den Wachskreislauf in Gang. Für die Reinigung stark verbauter oder kranker Rähmchen werden sie ausgekocht oder mit dem Dampfwachsschmelzer behandelt.

Bedeutung

Das Rähmchen ist gewissermaßen das „Betriebssystem“ der modernen Imkerei: Erst durch die bewegliche, einzeln entnehmbare Wabe wurde die schonende, kontrollierte Bienenhaltung möglich, wie wir sie heute kennen. Es wirkt im Zusammenspiel mit den anderen großen Erfindungen des 19. Jahrhunderts – der Mittelwand und der Honigschleuder –, die beide nur dank des beweglichen Rähmchens funktionieren.

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