Die Arbeiterin (auch Arbeitsbiene) ist die häufigste und vielseitigste Biene im Volk der Honigbiene. Sie ist ein weibliches, im Normalfall unfruchtbares Tier und übernimmt nahezu alle Aufgaben, die den Fortbestand des Bienenstaates sichern. Ein Sommervolk besteht aus mehreren zehntausend Arbeiterinnen, dazu kommen eine Königin und – in der warmen Jahreszeit – einige hundert Drohnen.
Entwicklung der Arbeiterin
Eine Arbeiterin entsteht aus einem befruchteten Ei, das die Königin in eine normale Brutzelle legt. Vom Ei bis zur fertigen Biene vergehen rund 21 Tage; dabei durchläuft sie die Stadien Ei, Larve und Puppe. Entscheidend ist die Ernährung: Eine Larve, die durchgehend ausschließlich Gelée royale erhielte und in einer Weiselzelle aufwüchse, würde sich zur Königin entwickeln. Genetisch sind Arbeiterin und Königin zunächst gleich – die Ernährung entscheidet über den Werdegang. Mehr dazu im Beitrag zur Königinnenzucht.
Die Aufgaben im Verlauf des Lebens
Charakteristisch ist, dass sich die Aufgaben der Arbeiterin mit dem Alter ändern – man spricht von altersbedingter Arbeitsteilung. In den ersten Lebenstagen arbeitet die junge Biene im Stock: Sie reinigt Zellen, hält die Brut warm und füttert als Ammenbiene die Larven. Später produziert sie über ihre Wachsdrüsen Wachs, baut an der Bienenwabe und verarbeitet eingetragenen Nektar zu Honig.
In einer mittleren Lebensphase übernimmt sie Wächteraufgaben am Flugloch. Erst im letzten Abschnitt ihres Lebens wird sie zur Sammelbiene und fliegt aus, um Nektar, Pollen, Wasser und Kittharz einzutragen. Diese Reihenfolge ist nicht starr, sondern passt sich dem Bedarf des Volkes an.
Körperbau und Werkzeuge
Die Arbeiterin verfügt über zahlreiche körperliche Spezialwerkzeuge: An den Hinterbeinen trägt sie Sammelapparate, die „Höschen“, in denen sie Pollen transportiert. Über einen Saugrüssel nimmt sie Nektar auf. Wachsdrüsen am Hinterleib liefern das Material für den Wabenbau, Futtersaftdrüsen am Kopf das Futter für die Brut. Zur Verteidigung besitzt sie einen Stachel mit Widerhaken; nach einem Stich gegen Wirbeltiere bleibt dieser stecken, was für die Biene tödlich endet.
Lebensdauer
Die Lebensdauer hängt stark von der Jahreszeit ab. Sommerbienen, die in der arbeitsreichen Trachtzeit schlüpfen, leben nur etwa vier bis sechs Wochen. Winterbienen dagegen, im Spätsommer und Herbst geboren, können mehrere Monate alt werden. Sie überwintern mit dem Volk und sorgen im Frühjahr für den Neustart, bis die nächste Generation heranwächst.
Bedeutung für Volk und Natur
Die Arbeiterinnen sind das Rückgrat des Bienenvolkes. Durch ihre Sammelflüge bestäuben sie zugleich unzählige Blütenpflanzen und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Bestäubung von Wild- und Kulturpflanzen. Der von ihnen erzeugte Honig dient dem Volk als Energievorrat; wie daraus fertiger Honig wird, beschreibt der Beitrag Wie entsteht Honig auf honig.wiki.
Häufige Fragen zur Arbeiterin
Warum kann eine Arbeiterin keine Eier legen?
Im Normalfall ist die Arbeiterin durch das Pheromon der Königin und ihre Aufzucht unfruchtbar. Fehlt die Königin längere Zeit, können einzelne Arbeiterinnen unbefruchtete Eier legen, aus denen jedoch nur Drohnen entstehen.
Wie unterscheidet sich die Arbeiterin von der Königin?
Beide sind weiblich und entstehen aus befruchteten Eiern. Die Königin wird jedoch ausschließlich mit Gelée royale aufgezogen, ist größer, langlebiger und legt Eier. Die Arbeiterin ist kleiner und übernimmt die Versorgungsaufgaben.
Wie viele Arbeiterinnen leben in einem Volk?
Ein starkes Sommervolk umfasst meist 30.000 bis 50.000 Arbeiterinnen. Im Winter schrumpft das Volk auf einige tausend Tiere.
Wie alt wird eine Arbeitsbiene?
Sommerbienen leben etwa vier bis sechs Wochen, Winterbienen mehrere Monate.