Hinterbehandlungsbeute

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Die Hinterbehandlungsbeute – kurz HB-Beute oder Hinterlader – ist eine traditionelle Bauform der Bienenbeute, die von hinten geöffnet wird. Sie war in Mittel- und Süddeutschland bis weit ins 20. Jahrhundert die Standardbeute und ist auch heute noch in Bayern, Österreich und der Schweiz verbreitet, vor allem bei traditionsbewussten Hobbyimkern. Ihren Gegensatz bildet die Magazinbeute, die von oben bearbeitet wird.

Das Prinzip

Die Hinterbehandlungsbeute ist meist Bestandteil eines Bienenhauses oder Bienenstandes, in dem mehrere Beuten Wand an Wand in mehreren Stockwerken angeordnet sind. Das Flugloch zeigt nach außen, die Bearbeitung erfolgt von der Innenseite des Hauses – also „hinter“ dem Volk.

Die Rähmchen stehen im Kalten Bau (parallel zum Flugloch), nicht wie bei der Magazinbeute im Warmen Bau. Sie werden von hinten gezogen – ähnlich Schubladen, daher der Spitzname „Schublade“.

Aufbau

Eine typische Hinterbehandlungsbeute besteht aus:

  • Flugbrett mit Flugloch auf der Außenseite
  • Brutraum mit Rähmchen im Kalten Bau, von hinten zugänglich
  • Honigraum – meist als Aufsatz oder Anbau, ebenfalls von hinten zu öffnen; alternativ als kleinere Aufsatzkasten
  • Schied – verstellbare Trennwand zur Anpassung des Brutraums an die Volksgröße
  • Trennfenster aus Holz und Glas, durch das man das Volk bei Wenig-Eingriffen beobachten kann

Vorteile

  • Wetterschutz – im Bienenhaus arbeitet der Imker bei jedem Wetter im Trockenen
  • Schnelle Sichtkontrolle – durch das Trennfenster oft ohne Öffnen möglich
  • Ergonomisch – die Beute steht in Brusthöhe, kein Bücken
  • Witterungsstabilität – die im Bienenhaus stehenden Beuten sind vor direkter Sonne, Regen und Wind geschützt
  • Traditioneller Ausdruck – Bienenhäuser sind oft kulturell und ästhetisch wertvolle Bauwerke

Nachteile

  • Unbeweglich – nicht für Wanderimkerei geeignet
  • Wabenarbeit umständlich – Rähmchen lassen sich schlechter umsortieren als bei Magazinbeuten
  • Volksstärke begrenzt – die Erweiterung in den Honigraum ist weniger flexibel
  • Hoher Anfangsinvest – ein Bienenhaus ist deutlich teurer als ein paar Magazinbeuten
  • Materialknappheit – Hersteller sind selten; Ersatzteile werden zunehmend schwer zu finden

Historische Bedeutung

Die Hinterbehandlungsbeute hat die Geschichte der mitteleuropäischen Imkerei geprägt. Sie war die erste Beutenform mit beweglichen Rähmchen, mit der eine systematische Bienenwirtschaft möglich wurde – eine Weiterentwicklung des Bienenkorbs und der Klotzbeute. Berühmte Imker des 19. Jahrhunderts wie Johann Dzierzon, August von Berlepsch und Johannes Mehring haben mit Hinterbehandlungsbeuten gearbeitet und die heute selbstverständlichen Konzepte wie das Absperrgitter und die Mittelwand entwickelt.

Siehe auch