Die Segeberger Beute ist eine in Deutschland weit verbreitete Magazinbeute aus expandiertem Polystyrol (EPS, „Styropor“). Sie wurde in den 1970er Jahren am Bieneninstitut in Bad Segeberg (Schleswig-Holstein) entwickelt und hat sich seitdem als preisgünstige, gut isolierende Standardbeute besonders bei Hobby- und Berufsimkern im norddeutschen Raum etabliert.
Aufbau und Maße
Die Segeberger Beute folgt dem klassischen Magazin-Prinzip: gestapelte Zargen mit beweglichen Rähmchen, Bodenbrett, Innendeckel und Außendeckel. Das maßgebende Rähmchen ist das Deutsch-Normal-Maß (DN, 370 × 223 mm) – einige Hersteller bieten die Beute auch in Zandermaß an.
Die Wandstärke aus EPS beträgt etwa 30 mm, was eine deutlich höhere Wärmedämmung als bei Holzbeuten gleicher Größe ergibt. Innenseiten und Falze sind glatt gegossen; die Lagereinschränkungen sind dadurch minimal.
Vorteile
- Sehr gute Isolation – Bienen verbrauchen weniger Energie zur Temperaturregelung, was zu vitalen, früh entwickelten Völkern führt
- Geringes Gewicht – eine leere Zarge wiegt nur einen Bruchteil einer Holzzarge, vorteilhaft beim Wandern und Tragen
- Robust und langlebig – verrottet nicht, ist resistent gegen Feuchtigkeit, splittert nicht
- Günstig in der Anschaffung – preiswerter als hochwertige Holzbeuten
- Pflegeleicht – kein Holzanstrich, leicht zu desinfizieren
Nachteile und Kritik
- Materialfrage – Styropor ist ein Kunststoffprodukt; Imker mit ökologischem Anspruch oder in der wesensgemäßen Bienenhaltung lehnen es ab
- Kratzempfindlichkeit – Stockmeißel und scharfes Werkzeug hinterlassen Spuren; Bienen können Krümel ausnagen
- Brandgefahr – beim Abflammen zur Reinigung Vorsicht geboten; EPS ist brennbar
- Nicht für jeden Geschmack – das weiße, modulare Aussehen wirkt im Garten oder am Stand weniger natürlich als Holzbeuten
Hersteller und Varianten
Die Segeberger Beute wird heute von mehreren Imkereibedarf-Herstellern produziert; die bekanntesten sind Holtermann (der traditionelle Hersteller aus Bad Segeberg) sowie Mitbewerber wie Swienty. Erhältlich sind Varianten mit unterschiedlichen Zargenhöhen (Halbzarge, Ganzzarge), verschiedenen Bodenbrettern (offener Gitterboden mit Varroaschublade, geschlossener Boden), und unterschiedlichen Anflugbrettern.
Einsatz
Die Segeberger Beute ist eine gute Einsteiger-Beute: günstig, isolierend, langlebig. Sie eignet sich für stationäre Stände ebenso wie für die Wanderimkerei. Wer langfristig mit Holzbeuten arbeiten möchte, kann auch mit der Segeberger starten und später umsteigen – die Maße sind kompatibel mit normalen DN- oder Zander-Rähmchen.