Magazinbeute

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Die Magazinbeute ist die heute weltweit dominierende Bauform der Bienenbeute. Sie besteht aus mehreren übereinander stapelbaren Zargen (Kästen), die bei Bedarf nach oben erweitert werden können – im Frühjahr beim Volksaufbau, später für die Honigräume. Die Magazinbeute hat im 19. Jahrhundert die traditionellen Hinterbehandlungs- und Korbformen weitgehend abgelöst und prägt seitdem das Bild der modernen Imkerei.

Steckbrief Magazinbeute

  • Bauform: gestapelte, gleich große Zargen
  • Bearbeitung: von oben
  • Prinzip: modular, beliebig erweiterbar
  • Gängige Maße: Deutsch Normal, Zander, Dadant, Langstroth
  • Materialien: Holz oder Styropor
  • Verbreitung: weltweit dominierende Beutenform

Das Prinzip

Eine Magazinbeute setzt sich von unten nach oben zusammen aus:

  • Bodenbrett mit Flugloch (häufig mit Varroaschublade und Gitterboden)
  • Brutraum-Zarge(n) – eine oder zwei Zargen für die Brut
  • Absperrgitter – verhindert, dass die Königin in den Honigraum aufsteigt
  • Honigraum-Zarge(n) – darüber, oft mehrere übereinander
  • Innendeckel – mit Futterloch und Belüftung
  • Außendeckel – wetterfester Abschluss, oft mit Blech beschlagen

Alle Zargen haben dasselbe Innenmaß und nehmen Rähmchen auf. Das macht die Magazinbeute hochgradig modular: Zargen werden ausgetauscht, vertauscht, von einem Volk zum anderen gegeben, Honigräume gestapelt – ohne dass etwas spezifisch zusammenpassen muss.

Maße und Systeme

In Deutschland sind mehrere Maße verbreitet, die jeweils unterschiedlich große Rähmchen aufnehmen:

  • Deutsch Normal (DN/DNM) – 370 × 223 mm Rähmchen; klassisch in Norddeutschland
  • Zander – 420 × 220 mm; weit verbreitet in West- und Süddeutschland
  • Dadant – 435 × 285 mm Brut, kleinere Honigräume; ein-zargige Brutraumbetriebsweise, ergonomisch
  • Langstroth – 448 × 232 mm; internationaler Standard, in Berufsimkereien zunehmend beliebt
  • Deutsch Normal Hoch, Dadant Modifiziert und regionale Varianten

Wer einsteigt, sollte sich an dem orientieren, was im regionalen Imkerverein üblich ist – das vereinfacht Materialtausch, Ablegerbildung und Wabenkauf.

Materialien

Magazinbeuten gibt es in zwei Hauptmaterialien:

  • Holz (Fichte, Weymouthskiefer, seltener Lärche oder Zeder) – atmungsaktiv, langlebig bei guter Pflege, schwerer beim Wandern
  • Styropor / Polystyrol – sehr gute Wärmedämmung, leicht zum Tragen, robust; in Deutschland am bekanntesten als Segeberger Beute

Vereinzelt werden auch Beuten aus WPC (Holz-Kunststoff-Verbund), Sperrholz oder vollgegossenem Kunststoff angeboten. Die Wahl zwischen Holz und Styropor ist eine Frage von Tradition, Standort und Mobilität.

Vorteile gegenüber traditionellen Bauformen

Die Magazinbeute hat sich aus mehreren Gründen durchgesetzt:

  • Bewegliche Waben – jede Wabe kann einzeln entnommen, kontrolliert und ausgetauscht werden
  • Erweiterbarkeit – mehrere Honigräume parallel möglich, Erträge skalieren
  • Wanderfähigkeit – Zargen sind handlich genug zum Verladen
  • Wabenhygiene – Brutwaben lassen sich gezielt entnehmen und erneuern
  • Standardisierung – Material aus dem Imkereibedarf passt überall

Häufige Fragen zur Magazinbeute

Was ist eine Magazinbeute?

Eine Bienenbeute aus mehreren gleich großen, gestapelten Zargen, die von oben bearbeitet wird. Durch Auf- und Absetzen von Zargen lässt sich der Raum flexibel an Volk und Tracht anpassen.

Welches Maß eignet sich für Anfänger?

Am besten das im örtlichen Imkerverein übliche Maß – meist Deutsch Normal, Zander oder Dadant. So passen zugekaufte Völker, geliehene Geräte und getauschte Waben zusammen.

Holz oder Styropor?

Holz ist atmungsaktiv und traditionell, Styropor sehr gut isolierend und leicht. Beide funktionieren; die Wahl hängt von Vorliebe, Standort und Mobilität ab.

Wie viele Zargen braucht ein Volk?

Das hängt von Betriebsweise und Maß ab: oft ein bis zwei Bruträume plus je nach Tracht ein bis mehrere Honigräume. Bei Dadant genügt meist ein großer Brutraum.

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