Der Kleine Beutenkäfer (Aethina tumida) ist ein aus Afrika stammender Schädling der Honigbiene, der sich seit Ende des 20. Jahrhunderts weltweit ausbreitet. Seine Larven zerstören Waben, Brut und Honigvorräte und können befallene Völker zum Zusammenbruch bringen. In der EU ist der Kleine Beutenkäfer eine anzeigepflichtige Tierseuche.
Aussehen und Biologie
Der erwachsene Käfer ist etwa 5–7 mm lang, dunkelbraun bis schwarz und breit-oval. Die Weibchen legen ihre Eier in Ritzen und Spalten der Beute. Aus den Eiern schlüpfen cremeweiße Larven, die sich durch Waben, Pollen, Honig und Brut fressen. Zur Verpuppung verlassen die Larven die Beute und graben sich in den Boden vor dem Bienenstand ein – nach einigen Wochen schlüpfen neue Käfer.
Ein einzelnes Weibchen kann Hunderte Eier legen; bei günstigen Bedingungen entwickeln sich mehrere Generationen pro Jahr, was zu explosionsartiger Vermehrung führen kann.
Schadwirkung
- Zerstörung der Waben – die Larven durchwühlen das Wabenwerk
- Verderben des Honigs – durch Kot der Larven und eine Hefegärung beginnt der Honig zu gären und zu schäumen; er „läuft“ aus den Waben
- Brutschäden – befallene Brut stirbt ab
- Volksflucht – stark befallene Völker verlassen mitunter die Beute komplett
Besonders gefährdet sind geschwächte Völker, gelagerte Honigwaben und Ableger. Starke Völker können den Käfer durch „Einkesseln“ (Bewachen und Einsperren in Propolis-Gefängnissen) eine Zeit lang in Schach halten.
Verbreitung
Ursprünglich in Afrika südlich der Sahara beheimatet, wurde der Kleine Beutenkäfer Ende der 1990er Jahre in die USA eingeschleppt und richtete dort erhebliche Schäden an. 2014 wurde er erstmals in Süditalien (Kalabrien) nachgewiesen – der erste Befall in der EU. Seitdem gilt in Europa erhöhte Wachsamkeit; Einschleppung über importierte Königinnen, Schwärme oder Früchte ist ein Risiko.
Bekämpfung und Vorbeugung
- Anzeigepflicht – jeder Verdacht muss dem Veterinäramt gemeldet werden
- Käferfallen – spezielle Fallen im Beuteninneren, oft mit Öl gefüllt
- Starke Völker führen – gut bewachte Völker wehren den Käfer besser ab
- Bodenbehandlung – um die Verpuppung im Boden zu unterbinden
- Hygiene – keine offen herumstehenden Honigwaben, Räuberei vermeiden
- Importkontrolle – Vorsicht bei Zukauf aus Befallsgebieten