Die Europäische Faulbrut (EFB, Melissococcus plutonius) – auch Gutartige Faulbrut oder Sauerbrut genannt – ist eine bakterielle Brutkrankheit der Honigbiene. Sie ähnelt in mancher Hinsicht der gefährlicheren Amerikanischen Faulbrut, verläuft jedoch in der Regel weniger dramatisch und betrifft die Larven in einem früheren Entwicklungsstadium.
Erreger
Hauptverursacher ist das Bakterium Melissococcus plutonius, oft begleitet von Sekundärerregern. Im Gegensatz zur Amerikanischen Faulbrut bildet der Erreger der Europäischen Faulbrut keine extrem langlebigen Sporen, was die Bekämpfung erleichtert. Die Bakterien vermehren sich im Larvendarm und entziehen der Larve Nahrung, sodass sie meist vor der Verdeckelung abstirbt.
Symptome
- Abgestorbene Larven in offenen Zellen – meist vor der Verdeckelung
- Verfärbung – die Larven werden gelblich, dann graubraun
- Verdrehte Lage – die Larven liegen oft verkrümmt oder „geringelt“ in der Zelle, statt gleichmäßig gerollt
- Säuerlicher Geruch – daher der Name „Sauerbrut“
- Lückiges Brutbild
- Keine fadenziehende Masse – anders als bei der Amerikanischen Faulbrut (wichtiges Unterscheidungsmerkmal)
Verlauf und Bedeutung
Die Europäische Faulbrut tritt oft bei Völkern auf, die unter Stress stehen – etwa bei Trachtmangel, Kälteeinbrüchen oder allgemeiner Schwächung. Starke, gut versorgte Völker überwinden einen leichten Befall häufig von selbst, indem sie befallene Larven ausräumen.
In Deutschland ist die Europäische Faulbrut – anders als die Amerikanische – nicht generell anzeigepflichtig, wird von den Veterinärbehörden aber dennoch beobachtet. In manchen Ländern (etwa der Schweiz) gilt sie als meldepflichtige Tierseuche.
Behandlung und Vorbeugung
- Volk stärken und gute Trachtbedingungen sichern
- Kunstschwarmverfahren bei stärkerem Befall – Bienen auf frische Mittelwände setzen, altes Wabenmaterial einschmelzen
- Umweiseln – eine Brutpause durch Königinnenwechsel unterbricht den Infektionszyklus
- Wabenhygiene – regelmäßige Wabenerneuerung
- Beuten desinfizieren
Auch hier sind Antibiotika in Deutschland nicht zugelassen. Die Sanierung erfolgt biotechnisch und über die Verbesserung der Volksvitalität.