Bienenschwarm

Ein Bienenschwarm ist die natürliche Form der Volksvermehrung bei Honigbienen: Die alte Königin verlässt mit rund der Hälfte der Bienen – oft 10.000 bis 25.000 Tiere – den Stock, um eine neue Behausung zu gründen. Im zurückbleibenden Volk schlüpft aus einer Weiselzelle eine junge Königin. Schwarmzeit ist in Mitteleuropa von Anfang Mai bis Ende Juni.

Wie ein Bienenschwarm entsteht

Auslöser ist der Schwarmtrieb: Wird das Volk zu groß, der Platz zu eng und das Pheromon der Königin im Stock zu „dünn“, legt das Volk Weiselzellen an. Etwa am neunten Tag nach der Bestiftung, sobald die erste Zelle verdeckelt ist, zieht der Vorschwarm mit der alten Königin aus – typischerweise an einem warmen Vormittag. Folgen später weitere Schwärme mit jungen, unbegatteten Königinnen, spricht man von Nachschwärmen.

Der ausgezogene Schwarm sammelt sich zunächst als Schwarmtraube an einem Ast oder Pfosten in der Nähe des Muttervolkes. Von dort suchen Spurbienen nach einer geeigneten Höhle. Die Traube hängt meist nur wenige Stunden, selten länger als zwei Tage – dann zieht der Schwarm in sein neues Quartier.

Ist ein Bienenschwarm gefährlich?

Nein. Schwarmbienen haben sich vor dem Auszug mit Honig vollgesogen und kein Nest zu verteidigen – sie sind so friedlich wie nie. Stiche sind die Ausnahme, solange die Traube nicht gedrückt oder geschlagen wird. Wer einen Schwarm entdeckt, hält Abstand und verständigt einen Imker oder den örtlichen Imkerverein; viele Vereine führen Schwarmfänger-Listen.

Wem gehört ein Bienenschwarm? Die Rechtslage

Das Bürgerliche Gesetzbuch regelt den Bienenschwarm ausdrücklich. Nach § 961 BGB wird ein ausgezogener Schwarm herrenlos, wenn der Eigentümer ihn nicht unverzüglich verfolgt. Solange der Imker seinem Schwarm nachsetzt, darf er dafür sogar fremde Grundstücke betreten (§ 962 BGB). Einen herrenlosen Schwarm darf sich jeder aneignen, der ihn einfängt. Vereinigen sich mehrere Schwärme, entsteht Miteigentum der beteiligten Imker (§ 963 BGB).

Schwarm einfangen und einschlagen

Hängt die Traube günstig, wird sie über einen Eimer oder eine Schwarmfangkiste abgestoßen oder abgekehrt. Entscheidend ist, dass die Königin mit in die Kiste gelangt – dann wandern die restlichen Bienen mit auffälligem „Sterzeln“ nach. Bis zum Abend bleibt die Kiste kühl und dunkel stehen, danach wird der Schwarm in eine Beute mit Mittelwänden eingeschlagen. Ein gefangener Schwarm baut mit enormem Bautrieb innerhalb weniger Tage ein neues Wabenwerk – im Bienenstock beginnt das Volksleben von vorn. Da ein Schwarm fast brutfrei ist, lässt er sich zudem sehr wirksam gegen die Varroamilbe behandeln.

Häufige Fragen zum Bienenschwarm

Wie viele Bienen sind in einem Schwarm?

Ein Vorschwarm umfasst meist 10.000 bis 25.000 Bienen samt der alten Königin. Nachschwärme sind deutlich kleiner.

Wie lange bleibt ein Schwarm an einem Ort hängen?

Meist nur wenige Stunden, bis die Spurbienen eine neue Behausung gefunden haben. Spätestens nach zwei bis drei Tagen zieht der Schwarm weiter.

Wen rufe ich, wenn ich einen Bienenschwarm entdecke?

Den örtlichen Imkerverein oder einen Imker aus der Nachbarschaft. Feuerwehr und Polizei sind nur zuständig, wenn eine akute Gefahr besteht.

Warum schwärmen Bienen überhaupt?

Das Schwärmen ist die natürliche Fortpflanzung des Bienenvolkes als Ganzes: Aus einem Volk werden zwei. Enge, starker Bruteinschlag und nachlassendes Königinnenpheromon lösen den Vorgang aus.