Nosematose

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Die Nosematose (auch Nosemose oder Frühjahrsschwindsucht) ist eine durch einzellige Parasiten verursachte Erkrankung erwachsener Honigbienen. Sie befällt den Mitteldarm der Bienen, stört die Verdauung und Nährstoffaufnahme und schwächt das Volk – besonders im Frühjahr. Im Gegensatz zu Brutkrankheiten wie der Faulbrut betrifft die Nosematose ausschließlich die adulten Bienen.

Erreger

Verursacher sind mikrosporidische Pilze der Gattung Nosema:

  • Nosema apis – der klassische Erreger, verursacht die typische Frühjahrsnosematose mit Durchfallsymptomen
  • Nosema ceranae – ursprünglich von der Östlichen Honigbiene stammend, inzwischen weltweit verbreitet; verläuft oft ohne sichtbaren Durchfall, kann aber das ganze Jahr über schaden

Die Bienen nehmen die Sporen über verunreinigtes Futter, Wasser oder beim Putzen kontaminierter Waben auf. Im Mitteldarm vermehren sich die Parasiten in den Darmzellen und zerstören diese.

Symptome

  • Kotspuren an Flugloch, Anflugbrett und Beutenwänden (bei N. apis)
  • Geschwächte, kriechende Bienen, die nicht mehr fliegen können
  • Schlechte Frühjahrsentwicklung – das Volk kommt nicht in Schwung
  • Erhöhter Totenfall im und vor dem Stock
  • Aufgeblähter Hinterleib bei einzelnen Bienen
  • Bei N. ceranae oft keine äußeren Symptome – nur schleichende Schwächung

Eine sichere Diagnose ist nur mikroskopisch möglich: Im zerriebenen Mitteldarm lassen sich die charakteristischen reiskornförmigen Sporen erkennen.

Begünstigende Faktoren

  • Lange Winter mit wenig Möglichkeit zum Reinigungsflug
  • Feuchte, kalte Standorte
  • Ungeeignetes Winterfutter – z.B. honigtaureicher Waldhonig im Winterfutter
  • Stress und andere Erkrankungen – Varroabefall verschärft die Anfälligkeit
  • Alte, kontaminierte Waben

Behandlung und Vorbeugung

Medikamente gegen Nosema sind in Deutschland nicht zugelassen. Die Bekämpfung erfolgt über Hygiene und gute Betriebsführung:

  • Wabenhygiene – regelmäßige Wabenerneuerung, kontaminierte Waben einschmelzen
  • Gutes Winterfutter – leicht verdaulicher Zuckersirup oder Invertzucker, kein Honigtauhonig
  • Trockene, sonnige Standorte mit guter Belüftung
  • Starke Völker einwintern – vitale Völker verkraften einen leichten Befall besser
  • Beuten-Desinfektion – durch Abflammen oder mit Essigsäure begasen
  • Varroa im Griff halten – da Doppelbelastungen besonders gefährlich sind

Siehe auch