Die Kalkbrut (Ascosphaera apis) ist eine durch einen Schimmelpilz verursachte Brutkrankheit der Honigbiene. Befallene Larven sterben ab und vertrocknen zu harten, weißlich-grauen, kalkartigen „Mumien“ – daher der Name. Kalkbrut ist im Gegensatz zur Amerikanischen Faulbrut nicht anzeigepflichtig und verläuft meist deutlich milder, kann aber geschwächte Völker erheblich beeinträchtigen.
Erreger
Der Pilz Ascosphaera apis bildet Sporen, die von den Larven mit dem Futter aufgenommen werden. Im Larvendarm keimen sie aus, durchwachsen den Körper mit Pilzfäden (Myzel) und töten die Larve nach der Verdeckelung ab. Die abgestorbene Larve trocknet zu einer harten Mumie ein.
Die Sporen sind widerstandsfähig und können im Wabenmaterial mehrere Jahre überdauern. Eine Infektion bricht jedoch meist nur dann aus, wenn das Volk durch andere Faktoren geschwächt oder gestresst ist.
Begünstigende Faktoren
- Kühle, feuchte Witterung – besonders im Frühjahr
- Unterkühlung der Brut – etwa durch zu großen Brutraum bei zu kleinem Volk
- Schwache Völker – zu wenige Bienen, um die Bruttemperatur konstant zu halten
- Feuchte Standorte – schlecht belüftete, schattige Aufstellplätze
- Genetische Disposition – manche Bienenlinien sind anfälliger als andere
- Stress durch andere Erkrankungen – z.B. starker Varroabefall
Symptome
- Kalkartige Mumien – harte, weißlich-graue, später schwärzliche Larvenreste in offenen oder geöffneten Zellen
- Mumien vor dem Flugloch und auf dem Bodenbrett – die Bienen tragen die Mumien aus dem Stock; sie klappern hörbar in der Bodeneinlage
- Lückiges Brutbild – durch ausgeräumte befallene Zellen
- Bei starkem Befall: spürbare Schwächung des Volks
Behandlung und Vorbeugung
Es gibt keine zugelassenen Medikamente gegen Kalkbrut. Die Bekämpfung erfolgt vollständig über die Verbesserung der Volksbedingungen:
- Volk stärken – durch Zusetzen von Bienen oder Vereinigung mit einem anderen Volk
- Brutraum verkleinern – damit die verbleibenden Bienen die Brut warm halten können
- Trockenen, sonnigen Standort wählen – Aufstellplatz wechseln
- Wabenerneuerung – befallene Waben entnehmen und einschmelzen
- Umweiseln – bei anfälligen Linien eine widerstandsfähigere Königin zusetzen
- Gute Belüftung – offener Gitterboden hilft, Feuchtigkeit abzuführen
Bei gut geführten, starken Völkern verschwindet die Kalkbrut oft von selbst, sobald sich die Bedingungen bessern – etwa mit warmem, trockenem Frühsommerwetter.