Nektar ist eine zuckerhaltige Flüssigkeit, die von Pflanzen in besonderen Drüsen, den Nektarien, abgesondert wird. Für Bienen ist er die wichtigste Energiequelle und zugleich der Rohstoff, aus dem Honig entsteht. Pflanzen wiederum nutzen den Nektar als Lockmittel, um Insekten anzuziehen und so ihre Bestäubung zu sichern. Nektar steht damit im Zentrum der Beziehung zwischen Blütenpflanzen und Bienen – einer der ältesten und erfolgreichsten Partnerschaften der Natur.
Steckbrief Nektar
- Herkunft: Nektarien der Blüten (seltener außerhalb der Blüte)
- Hauptbestandteile: Wasser und Zucker (Saccharose, Glucose, Fructose)
- Wassergehalt: je nach Pflanze und Wetter oft 50–90 %
- Funktion für die Pflanze: Anlocken von Bestäubern
- Funktion für die Biene: Energiequelle und Rohstoff für Honig
- Weiterverarbeitung: wird im Stock zu Honig eingedickt
Was Nektar genau ist
Nektar entsteht in den Nektarien, die meist im Inneren der Blüte am Grund der Blütenblätter sitzen. Er besteht überwiegend aus Wasser und verschiedenen Zuckern – vor allem Traubenzucker (Glucose), Fruchtzucker (Fructose) und Rohrzucker (Saccharose). Das Verhältnis dieser Zucker ist von Pflanze zu Pflanze verschieden und beeinflusst später, wie schnell ein Honig kristallisiert. Der Zuckergehalt schwankt je nach Pflanzenart, Tageszeit und Witterung stark. Daneben enthält Nektar geringe Mengen an Aromastoffen, Mineralstoffen und Enzymen, die zum typischen Charakter eines Sortenhonigs beitragen.
Warum Pflanzen Nektar bilden
Die Nektarbildung ist kein Zufall, sondern eine Strategie der Pflanze. Mit dem süßen Saft lockt sie Bienen, Hummeln und andere Bestäuber an. Beim Blütenbesuch streift das Insekt Pollen ab und überträgt ihn zur nächsten Blüte – so wird die Pflanze bestäubt und kann Früchte und Samen bilden. Nektar ist also der „Lohn“, den die Pflanze für die Bestäubungsleistung zahlt. Welche Pflanzen besonders viel Nektar liefern, zeigt der Beitrag zur Trachtpflanze.
Nektar und Trachtwert
Nicht jede blühende Pflanze ist für die Imkerei gleich wertvoll. Ob eine Pflanze zur ergiebigen Tracht wird, hängt von mehreren Faktoren ab: von der Menge des abgesonderten Nektars, von seiner Zuckerkonzentration und davon, ob der Nektar für die Honigbiene mit ihrem Rüssel überhaupt erreichbar ist. Erst wenn eine Pflanzenart zudem in großen Beständen und gleichzeitig blüht – eine sogenannte Massentracht wie Raps oder Linde –, kann ein Volk größere Honigmengen eintragen. Fehlen solche Trachten, spricht man von einer Trachtlücke.
Wie Bienen Nektar sammeln
Sammelbienen saugen den Nektar mit ihrem Rüssel aus der Blüte und speichern ihn in einer besonderen Erweiterung des Verdauungstrakts, der Honigblase. Schon auf dem Rückflug beginnen körpereigene Enzyme, den Nektar zu verändern. Im Stock geben die Sammlerinnen den Nektar an jüngere Bienen weiter, die ihn weiterverarbeiten, ihm Wasser entziehen und ihn in den Waben einlagern. Über den Schwänzeltanz teilen ergiebige Sammlerinnen ihren Stockgenossinnen mit, wo eine lohnende Nektarquelle zu finden ist.
Vom Nektar zum Honig
Aus Nektar wird Honig, indem die Bienen ihm Wasser entziehen und Enzyme zusetzen. Aus dem ursprünglich dünnflüssigen, wasserreichen Nektar entsteht so der dickflüssige, haltbare Honig, dessen Wassergehalt schließlich unter etwa 18 Prozent liegt. Neben Nektar nutzen Bienen auch Honigtau als Rohstoff – die Grundlage für Wald- und Tannenhonig. Wie aus dem Rohstoff fertiger Honig wird, beschreibt ausführlich der Beitrag Wie entsteht Honig auf honig.wiki.
Häufige Fragen zum Nektar
Was ist der Unterschied zwischen Nektar und Honig?
Nektar ist der dünnflüssige, wasserreiche Rohstoff direkt aus der Blüte. Honig entsteht erst, wenn Bienen dem Nektar Wasser entziehen und Enzyme zusetzen – er ist dickflüssig und haltbar.
Was ist der Unterschied zwischen Nektar und Honigtau?
Nektar stammt direkt aus den Blüten der Pflanzen. Honigtau ist dagegen die zuckerhaltige Ausscheidung von Blatt- und Schildläusen und die Grundlage für Wald- und Tannenhonig.
Warum bilden Pflanzen Nektar?
Um Bestäuber anzulocken. Im Gegenzug für den süßen Saft übertragen Bienen und andere Insekten Pollen von Blüte zu Blüte und ermöglichen so die Befruchtung der Pflanze.
Wie viel Nektar sammelt ein Bienenvolk?
In einer guten Trachtzeit kann ein starkes Volk an einem einzigen Tag mehrere Kilogramm Nektar eintragen. Da beim Eindicken zu Honig ein großer Teil des Wassers verdunstet, bleibt davon nur ein Bruchteil als Honig übrig.