Kuckuckshummel

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Die Kuckuckshummeln (Untergattung Psithyrus) sind eine Gruppe von Hummeln, die als Brutparasiten leben: Sie bauen kein eigenes Nest und ziehen keine eigenen Arbeiterinnen auf, sondern dringen in die Nester anderer Hummelarten ein und lassen ihre Brut von deren Arbeiterinnen großziehen. Ihr Name spielt – wie beim Kuckuck unter den Vögeln – auf diese parasitische Lebensweise an.

Lebensweise

Der Ablauf des Sozialparasitismus:

  1. Das Kuckuckshummel-Weibchen erscheint etwas später im Jahr als die Wirtsköniginnen und sucht ein bereits etabliertes Hummelnest
  2. Es dringt in das Nest ein und tötet oder unterdrückt die Wirtskönigin
  3. Es übernimmt das Nest und legt eigene Eier
  4. Die Arbeiterinnen des Wirtsvolks ziehen unwissentlich die Kuckuckshummel-Brut auf
  5. Aus dieser Brut entstehen nur neue Geschlechtstiere (Weibchen und Männchen), keine Arbeiterinnen – diese werden ja nicht benötigt

Merkmale

Kuckuckshummeln ähneln ihren Wirtsarten oft täuschend (eine Anpassung, um unentdeckt einzudringen), lassen sich aber an einigen Merkmalen erkennen:

  • Keine Arbeiterinnen – es gibt nur Weibchen und Männchen, keine Sammelkaste
  • Keine Pollenhöschen – da sie keine Brut selbst versorgen, fehlt das Sammelapparat an den Hinterbeinen
  • Dunklere, härtere Körperhülle und spärlichere Behaarung als die Wirtsarten
  • Trägerer Flug, oft mit dunkleren Flügeln

Jede Kuckuckshummel-Art ist meist auf eine oder wenige bestimmte Wirtsarten spezialisiert. So parasitiert etwa die Keusche Kuckuckshummel (Bombus vestalis) vor allem die Dunkle Erdhummel.

Ökologische Bedeutung

Auch wenn sie auf den ersten Blick als „Schmarotzer“ erscheinen, sind Kuckuckshummeln ein natürlicher und wichtiger Teil des Ökosystems. Ihr Vorkommen ist sogar ein Indikator für gesunde Hummelpopulationen – denn sie können nur dort existieren, wo ihre Wirtsarten zahlreich genug sind. Mehrere Kuckuckshummel-Arten sind selbst gefährdet und stehen unter Naturschutz.

Siehe auch