Bestäubung bezeichnet die Übertragung von Blütenpollen von den männlichen Staubblättern auf die weibliche Narbe einer Blüte. Sie ist Voraussetzung für die Befruchtung und damit für die Bildung von Samen und Früchten. Honigbienen und viele weitere Insekten spielen als Bestäuber eine zentrale Rolle für Pflanzenwelt, Artenvielfalt und Landwirtschaft.
Wie Bestäubung funktioniert
Damit aus einer Blüte eine Frucht oder ein Samen entsteht, muss Pollen auf die Narbe gelangen. Man unterscheidet die Selbstbestäubung, bei der Pollen innerhalb derselben Pflanze übertragen wird, und die Fremdbestäubung, bei der Pollen einer anderen Pflanze derselben Art zur Narbe gelangt. Die Fremdbestäubung fördert die genetische Vielfalt und ist bei vielen Pflanzen auf tierische Bestäuber angewiesen.
Insektenbestäubung und Windbestäubung
Nach der Art der Pollenübertragung lassen sich zwei große Gruppen unterscheiden:
- Insektenbestäubung (Zoophilie): Blütenpflanzen locken mit Nektar und Pollen Insekten an, die beim Blütenbesuch Pollen mitnehmen und zur nächsten Blüte tragen. Typisch für Obstbäume, Raps, Klee und viele Wildpflanzen.
- Windbestäubung (Anemophilie): Pflanzen wie Gräser, Birke oder Hasel geben große Mengen leichten Pollen an die Luft ab. Diese Pollen sind die Hauptauslöser von Heuschnupfen.
Die Honigbiene als Bestäuberin
Die Honigbiene ist eine besonders wertvolle Bestäuberin, weil ein Volk aus zehntausenden Sammlerinnen besteht und diese während eines Sammelfluges meist dieselbe Pflanzenart anfliegen (Blütenstetigkeit). Dadurch wird der Pollen gezielt zwischen Blüten derselben Art übertragen. Neben der Honigbiene leisten auch Hummeln, Solitärbienen und andere Insekten einen erheblichen Beitrag – Hummeln etwa fliegen auch bei kühlerem Wetter.
Bedeutung für Natur und Landwirtschaft
Ein großer Teil der weltweiten Nutzpflanzen profitiert von tierischer Bestäubung – darunter viele Obst-, Gemüse- und Ölpflanzen. Ohne Bestäuber fielen Erträge und Qualität vieler Kulturen deutlich geringer aus. Auch zahllose Wildpflanzen sind auf Insektenbestäubung angewiesen, weshalb Bestäuber als Schlüsselarten für ganze Ökosysteme gelten. Der Schutz von Bienen und anderen Bestäubern ist damit nicht nur für die Imkerei, sondern für die gesamte Lebensmittelproduktion und Biodiversität von Bedeutung.
Bestäubung und Honig
Für das Bienenvolk ist die Bestäubung ein „Nebenprodukt“ der Nahrungssuche: Die Bienen sammeln Nektar und Pollen und bestäuben dabei die Blüten. Aus dem gesammelten Nektar entsteht später der Honig. Wie aus dem Blütensaft das fertige Lebensmittel wird, beschreibt das Schwesterprojekt honig.wiki im Beitrag Wie entsteht Honig?.