Als Bienenbeute – oft kurz „Beute“ – bezeichnet man die vom Imker bereitgestellte künstliche Behausung eines Bienenvolkes. Sie ersetzt die natürliche Nisthöhle und ist so gebaut, dass der Imker das Volk pflegen, kontrollieren und Honig ernten kann, ohne den Bienenbau dauerhaft zu zerstören. Während der Begriff Bienenstock meist die Beute samt darin lebendem Volk meint, bezeichnet „Beute“ die Behausung selbst.
Steckbrief Bienenbeute
- Funktion: künstliche Behausung für ein Bienenvolk
- Grundprinzip: bewegliche, einzeln entnehmbare Waben in Rähmchen
- Häufigster Typ: Magazinbeute (Bearbeitung von oben)
- Materialien: Holz oder Styropor (Polystyrol)
- Gängige Maßsysteme: Zander, Deutsch Normal, Dadant, Langstroth
- Kernbauteile: Boden, Brutraum, Absperrgitter, Honigraum, Deckel
Von der Klotzbeute zur Magazinbeute: eine kurze Geschichte
Ursprünglich nisteten Honigbienen in hohlen Bäumen. Die ersten von Menschen gebauten Behausungen ahmten das nach: die ausgehöhlte Klotzbeute und geflochtene Strohkörbe (Stülper). Bei diesen bauten die Bienen ihre Waben fest an die Wände – die Ernte war nur durch Zerstören des Baus oder gar Abtöten des Volkes möglich.
Die Wende kam im 19. Jahrhundert. Johann Dzierzon entwickelte die bewegliche Wabe, Lorenzo Langstroth erkannte den entscheidenden Bienenabstand und baute darauf die stapelbare Magazinbeute. Zusammen mit Mittelwand und Honigschleuder wurde so aus der zerstörerischen Honigernte die schonende, kontrollierte Imkerei, wie wir sie heute kennen.
Das Prinzip der beweglichen Wabe
Die moderne Bienenhaltung beruht auf dem Prinzip der beweglichen Wabe. Die Bienen bauen ihre Waben nicht frei, sondern in herausnehmbaren Rähmchen. Damit sie die Rähmchen nicht verkleben, ist ein bestimmter Abstand entscheidend – der sogenannte Bienenabstand („bee space“). Hält die Beute dieses Maß ein, lässt sich jede Bienenwabe einzeln entnehmen und wieder einsetzen. Diese Erkenntnis war die Grundlage der modernen Imkerei.
Aufbau einer Magazinbeute
Der heute verbreitetste Beutentyp ist die Magazinbeute. Sie ist nach dem Baukastenprinzip aus mehreren übereinandergestapelten Kästen, den Zargen, aufgebaut:
- Boden mit dem Flugloch, durch das die Bienen ein- und ausfliegen
- Bruträume: eine oder mehrere Zargen, in denen die Königin Eier legt und die Brut aufgezogen wird
- Absperrgitter: hält die größere Königin aus dem Honigraum fern, sodass dort kein Brutnest entsteht
- Honigräume: Zargen oberhalb des Absperrgitters, in denen die Bienen den Honigvorrat einlagern und die der Imker zur Ernte entnimmt
- Abdeckung mit Innen- und Außendeckel als Witterungsschutz
Durch das Aufsetzen oder Abnehmen von Zargen kann der Imker den Raum flexibel an Volksstärke und Tracht anpassen.
Magazinbeute und Hinterbehandlungsbeute
Man unterscheidet grob zwei Bauweisen. Bei der Magazinbeute wird von oben gearbeitet: Der Imker hebt Zargen ab und entnimmt die Rähmchen nach oben. Diese Bauweise ist flexibel, stapelbar und in der Wander- und Berufsimkerei verbreitet. Bei der älteren Hinterbehandlungsbeute wird das Volk durch eine rückseitige Tür bearbeitet; die Waben werden nach hinten herausgezogen. Daneben existieren weitere Systeme wie die Trog- oder Einraumbeute sowie die traditionelle Klotzbeute.
Die gängigen Beutensysteme
Ein Beutensystem ist über sein Rähmchenmaß definiert. In Deutschland und dem angrenzenden Ausland sind vor allem vier Systeme gebräuchlich:
- Zander – besonders in Süddeutschland weit verbreitet; ein guter Kompromiss aus Wabengröße und Handhabung.
- Deutsch Normal (DN) – traditionsreiches Maß, vor allem in der Mitte und im Norden Deutschlands verbreitet.
- Dadant – kombiniert einen großen, ungeteilten Brutraum mit flacheren Honigräumen; beliebt bei Imkern, die brutraumschonend arbeiten wollen.
- Langstroth – das international dominierende Maß, weltweit am häufigsten eingesetzt.
Die Wahl des Systems ist eine grundlegende, schwer rückgängig zu machende Entscheidung, weil Rähmchen, Zargen, Mittelwände und Geräte zueinander passen müssen. Einsteigern wird empfohlen, sich am regional verbreiteten Maß und am System der örtlichen Imker zu orientieren.
Holz oder Styropor? Materialien im Vergleich
Beim Material stehen sich zwei Hauptvarianten gegenüber:
- Holz (meist Weymouthkiefer, Fichte oder Zeder) ist der Klassiker: atmungsaktiv, reparabel, langlebig und optisch ansprechend. Es ist jedoch schwerer, muss außen gestrichen werden und ist teurer.
- Styropor / Polystyrol isoliert hervorragend, ist leicht und günstig – ein Vorteil bei der Überwinterung und beim Wandern. Nachteile sind die geringere Robustheit gegen mechanische Beschädigung und Nagetiere sowie die weniger natürliche Anmutung.
Beide Materialien werden erfolgreich eingesetzt; die Entscheidung ist oft eine Frage der persönlichen Vorliebe und des Budgets.
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Häufige Fragen zur Bienenbeute
Was ist der Unterschied zwischen Beute und Bienenstock?
„Beute“ bezeichnet die Behausung, also den Kasten samt Rähmchen. „Bienenstock“ wird umgangssprachlich oft gleichbedeutend verwendet, meint genauer aber die Beute samt darin lebendem Bienenvolk.
Welche Beute ist für Anfänger geeignet?
Empfehlenswert ist eine Magazinbeute in dem Maßsystem, das die Imker in der Region und der örtliche Verein verwenden. So passen zugekaufte Ableger, geliehene Geräte und getauschte Rähmchen zusammen. Ob Holz oder Styropor ist zweitrangig – wichtiger ist die Einheitlichkeit im gewählten System.
Wozu dient das Absperrgitter?
Das Absperrgitter verhindert, dass die Königin in den Honigraum gelangt und dort Eier legt. So bleibt der geerntete Honig frei von Brut.
Was ist der Bienenabstand?
Der „bee space“ ist der schmale Zwischenraum von etwa 6–9 mm, den Bienen nicht mit Wachs oder Kittharz verbauen. Beuten nutzen dieses Maß, damit sich die Waben einzeln und beweglich entnehmen lassen.
Welche Beutentypen gibt es?
Verbreitet ist die Magazinbeute (Bearbeitung von oben). Daneben gibt es die ältere Hinterbehandlungsbeute (Bearbeitung von hinten) sowie Trog-, Einraum- und Klotzbeuten.