Pollen (Blütenpollen)

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Pollen (auch Blütenstaub oder Blütenpollen) sind die männlichen Keimzellen der Blütenpflanzen. Für Bienen ist Pollen die wichtigste natürliche Eiweißquelle und damit – neben dem energiereichen Nektar – eine der beiden zentralen Nahrungsgrundlagen des Bienenvolkes. Während Nektar vor allem Kohlenhydrate liefert, versorgt Pollen die Bienen mit Eiweiß, Fetten, Mineralstoffen und Vitaminen.

Was Pollen botanisch ist

Pollen entsteht in den Staubblättern der Blüten. Jedes Pollenkorn enthält das männliche Erbgut der Pflanze. Damit sich eine Pflanze fortpflanzen kann, muss Pollen von den Staubblättern auf die Narbe einer Blüte gelangen – dieser Vorgang heißt Bestäubung. Viele Pflanzen sind dabei auf Tiere als Überträger angewiesen, allen voran auf Bienen. Pollenkörner sind je nach Pflanzenart unterschiedlich geformt und gefärbt, was die Bestimmung der botanischen Herkunft unter dem Mikroskop ermöglicht.

Wie Bienen Pollen sammeln

Sammelbienen streifen beim Blütenbesuch Pollen mit ihrem behaarten Körper ab. Mit den Beinen kämmen sie die Körner zusammen, feuchten sie mit etwas Nektar an und formen kleine Klümpchen, die sie in den „Höschen“ an den Hinterbeinen in den Stock tragen. Eine einzelne Honigbiene spezialisiert sich bei einem Ausflug meist auf eine Pflanzenart (Blütenstetigkeit), was die Bestäubung besonders wirksam macht. Im Stock wird der Pollen in Wabenzellen eingelagert und durch Milchsäuregärung als „Bienenbrot“ haltbar gemacht.

Wozu das Volk Pollen braucht

Pollen ist vor allem für die Aufzucht der Brut unverzichtbar. Die jungen Ammenbienen fressen Pollen, um über ihre Drüsen Futtersaft für die Larven zu erzeugen. Ein Volk mit viel Brut hat daher einen hohen Pollenbedarf. Fehlt es an Pollen – etwa bei schlechtem Wetter oder in pollenarmen Landschaften –, kann die Brutaufzucht ins Stocken geraten und das Volk geschwächt werden.

Pollen und Bestäubung

Beim Sammeln bleibt stets ein Teil des Pollens an der Biene haften und wird zur nächsten Blüte übertragen. So bestäuben Bienen unzählige Wild- und Kulturpflanzen. Diese Bestäubungsleistung ist ökologisch und landwirtschaftlich von großer Bedeutung. Honigbienen, Wildbienen und Hummeln ergänzen sich dabei, denn viele Obst-, Gemüse- und Wildpflanzen sind auf tierische Bestäuber angewiesen. Welche Pflanzen besonders viel Pollen und Nektar liefern, zeigt der Beitrag zur Trachtpflanze.

Pollen im Honig und als Imkereiprodukt

Geringe Mengen Pollen gelangen beim Eintragen auch in den Honig. Diese Pollenspuren ermöglichen über die Pollenanalyse Rückschlüsse auf die botanische und geografische Herkunft eines Honigs. Daneben sammeln manche Imker mithilfe einer Pollenfalle gezielt Blütenpollen, der als eigenständiges Imkereiprodukt angeboten wird. Hinweis: Bei Pollenallergikern können solche Produkte allergische Reaktionen auslösen.

Häufige Fragen zu Pollen

Was ist der Unterschied zwischen Pollen und Nektar?

Nektar ist ein zuckerhaltiger Saft und liefert Energie; aus ihm entsteht Honig. Pollen ist der Blütenstaub und dient als Eiweißquelle, vor allem für die Brutaufzucht. Bienen benötigen beides.

Was ist Bienenbrot?

Bienenbrot ist der im Stock eingelagerte und durch Milchsäuregärung konservierte Pollen. Er dient dem Volk als haltbare Eiweißreserve.

Wie tragen Bienen den Pollen?

In Form angefeuchteter Klümpchen in den „Höschen“, den Sammelapparaten an den Hinterbeinen.

Warum ist Pollen für die Bestäubung wichtig?

Pollen überträgt das männliche Erbgut der Pflanze. Bienen befördern ihn von Blüte zu Blüte und ermöglichen so die Befruchtung und Fortpflanzung vieler Pflanzen.