Franz von Hruschka

Franz Edler von Hruschka (geboren am 7. April 1819 in Wien; gestorben am 8. Mai 1888 in Venedig) war ein österreichisch-italienischer Offizier und Imker, der 1865 die Honigschleuder erfand. Mit ihr ließ sich der Honig erstmals durch Zentrifugalkraft aus den Waben gewinnen, ohne diese zu zerstören – eine Erfindung, die die Honigernte revolutionierte und die dritte der drei großen technischen Neuerungen der modernen Imkerei darstellt.

Leben

Franz von Hruschka stammte aus Wien und diente als Offizier in der österreichischen Armee. Nach seiner Militärzeit ließ er sich in Italien nieder, wo er sich der Imkerei widmete. Wie viele Pioniere seiner Zeit verband er technisches Verständnis mit praktischer imkerlicher Erfahrung. Seine Erfindung machte er in der italienischen Region, wo er lebte, und stellte sie 1865 der imkerlichen Öffentlichkeit vor.

Die Erfindung der Honigschleuder

Vor Hruschkas Erfindung wurde Honig durch Pressen oder Auslaufenlassen der Waben gewonnen. Dabei wurden die Waben zerquetscht oder zerstört – das kostbare Wabenwerk, an dem die Bienen lange gebaut hatten, ging verloren und musste neu errichtet werden. Das war verschwenderisch und mühsam.

Der Legende nach kam Hruschka auf seine Idee, als sein Sohn eine Honigwabe in einem Körbchen im Kreis herumschleuderte – und der Honig durch die Fliehkraft heraustrat, während die Wabe heil blieb. Ob die Anekdote wahr ist, sei dahingestellt; jedenfalls erkannte Hruschka das Prinzip: Spannt man die Waben in einen drehbaren Korb und versetzt diesen in schnelle Rotation, so wird der Honig durch die Zentrifugalkraft aus den Zellen geschleudert, ohne dass die Wabe zerbricht.

Die so geleerten Waben können den Bienen unbeschädigt zurückgegeben werden – die Bienen müssen sie nur reinigen und wieder befüllen, statt sie komplett neu zu bauen. Das spart den Bienen enorm viel Energie und Wachs und steigert den Honigertrag beträchtlich.

Bedeutung

Die Honigschleuder setzte sich rasch durch und ist bis heute das Standardgerät der Honigernte. Ihre Vorteile:

  • Schonende Ernte – die Waben bleiben erhalten und wiederverwendbar
  • Höherer Ertrag – die Bienen sparen die Energie für den Wabenneubau
  • Sauberer, klarer Honig ohne Wachs- und Pollenreste, wie sie beim Pressen anfallen
  • Rationelle Verarbeitung größerer Mengen

Moderne Honigschleudern arbeiten nach demselben Grundprinzip wie Hruschkas Urgerät, sind aber technisch verfeinert – mit Elektromotor, Edelstahltrommel und ausgefeilter Wabenhalterung. Man unterscheidet Tangential- und Radialschleudern, je nachdem, wie die Waben zur Drehachse stehen.

Teil des großen Erfinder-Trios

Hruschkas Honigschleuder (1865) bildet zusammen mit der beweglichen Wabe von Dzierzon und Berlepsch und der Mittelwand von Johannes Mehring (1857) das technische Fundament der modernen Imkerei. Diese drei Erfindungen griffen ineinander: Erst die bewegliche, mit Mittelwand stabilisierte Wabe ließ sich überhaupt schleudern. Gemeinsam beendeten sie die zerstörende Korbimkerei und begründeten die schonende, rationelle Honiggewinnung, wie sie bis heute betrieben wird.

Franz von Hruschka starb 1888 in Venedig. Sein Name ist untrennbar mit der Honigschleuder verbunden – einem Gerät, das in keiner Imkerei der Welt fehlt.

Siehe auch