Johannes Mehring

Johannes Mehring (geboren am 5. März 1816 in Kleinniedesheim in der Pfalz; gestorben am 19. November 1878 in Frankenthal) war ein deutscher Schreiner und Imker, der 1857 die Mittelwand erfand – eine geprägte Wachsplatte, die den Bienen den Wabenbau vorzeichnet. Diese Erfindung gehört zu den drei großen technischen Neuerungen, die im 19. Jahrhundert die moderne Imkerei begründeten.

Leben

Mehring war von Beruf Schreiner und betrieb daneben mit großer Hingabe die Imkerei. Als handwerklich begabter Praktiker verband er sein technisches Geschick mit der Beobachtung der Bienen. Wie viele der imkerlichen Pioniere seiner Zeit war er Autodidakt, der aus der praktischen Arbeit heraus zu seiner bahnbrechenden Erfindung gelangte. Er lebte und wirkte in der Pfalz, wo ihm heute Denkmäler und Gedenkstätten gewidmet sind.

Die Erfindung der Mittelwand

Mit der Einführung der beweglichen Rähmchen durch Dzierzon und Berlepsch stellte sich ein neues Problem: Die Bienen bauten ihre Waben in den leeren Rähmchen oft unregelmäßig, schief oder mit zu vielen Drohnenzellen. Mehring suchte nach einer Möglichkeit, den Wabenbau zu lenken und zu vereinheitlichen.

1857 fand er die Lösung: Er presste Bienenwachs zu einer dünnen Platte, in die das sechseckige Muster der Zellböden eingeprägt war. Diese Mittelwand wird in das leere Rähmchen eingelötet und dient den Bienen als vorgefertigte Grundlage: Sie ziehen die vorgeprägten Zellen einfach nach oben und unten aus und bauen so gerade, gleichmäßige Waben mit überwiegend Arbeiterinnenzellen.

Mehrings erste Mittelwände waren noch flach und prägten nur die Zellböden vor. Später wurden die Prägeverfahren verfeinert (etwa durch Walzen und durch das Vorprägen der Zellwände), doch das Grundprinzip stammt von ihm.

Bedeutung

Die Mittelwand brachte der Imkerei mehrere große Vorteile, die bis heute gelten:

  • Gerader, gleichmäßiger Wabenbau in vom Imker vorgegebener Ausrichtung
  • Überwiegend Arbeiterinnenzellen statt vieler unerwünschter Drohnenzellen
  • Schnellerer Wabenbau, da die Bienen weniger Wachs selbst erzeugen müssen und auf der Vorlage aufbauen können
  • Stabile, schleuderbare Waben – eine Voraussetzung für die Nutzung der Honigschleuder
  • Die Grundlage für einen geregelten Wachskreislauf im Imkereibetrieb

Die Mittelwand wirkte im Zusammenspiel mit den anderen Erfindungen der Zeit: Erst das bewegliche Rähmchen machte sie möglich, und erst die stabilen, gleichmäßigen Waben, die mit ihr entstehen, erlaubten den sinnvollen Einsatz der Honigschleuder. Bis heute ist die Mittelwand fester Bestandteil der imkerlichen Praxis.

Das große Erfinder-Trio des 19. Jahrhunderts

Johannes Mehring wird traditionell zusammen mit zwei anderen Erfindern genannt, deren Neuerungen gemeinsam die moderne Imkerei begründeten: Johann Dzierzon und August von Berlepsch mit der beweglichen Wabe bzw. dem Rähmchen, Mehring mit der Mittelwand (1857) und Franz von Hruschka mit der Honigschleuder (1865). Diese drei Erfindungen – bewegliche Wabe, Mittelwand und Schleuder – bilden bis heute das technische Fundament der Honiggewinnung.

Siehe auch