Salweide

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Die Salweide (Salix caprea) ist eine der wichtigsten Frühtrachtpflanzen überhaupt und für die Bienenvölker im Vorfrühling von kaum zu überschätzender Bedeutung. Mit ihren pelzigen „Weidenkätzchen“ gehört sie zu den ersten Gehölzen, die nach dem Winter blühen, und liefert den Völkern den ersten frischen Pollen des Jahres – die Grundlage für den Start der Brutaufzucht. Ihre Bedeutung liegt also weniger im Honig als in der Pollenversorgung zum kritischsten Zeitpunkt.

Botanik und zweihäusige Blüte

Die Salweide ist ein kleiner Baum oder großer Strauch aus der Familie der Weidengewächse und in ganz Europa verbreitet. Sie ist anspruchslos und eine typische Pionierpflanze, die rasch offene, gestörte Flächen besiedelt. Eine wichtige Besonderheit ist ihre Zweihäusigkeit (Diözie): Es gibt getrennte männliche und weibliche Pflanzen.

  • Männliche Kätzchen – die bekannten silbrig-pelzigen, später leuchtend gelben „Palmkätzchen“; sie liefern reichlich Pollen und Nektar
  • Weibliche Kätzchen – unscheinbarer, grünlich; sie liefern vor allem Nektar

Für eine optimale Bienenweide sind daher beide Geschlechter wichtig. Die Blüte erfolgt sehr früh, oft schon im März, noch vor dem Blattaustrieb – zu einer Zeit, in der kaum andere Trachtquellen zur Verfügung stehen.

Unverzichtbar für die Frühjahrsentwicklung

Die Bedeutung der Salweide für die Imkerei kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Im Vorfrühling beginnen die Bienenvölker mit der Brutaufzucht und benötigen dafür dringend frischen, eiweißreichen Pollen. Die Salweide ist eine der ersten und ergiebigsten Pollenquellen dieser Zeit und versorgt die Völker genau dann, wenn ihre Wintervorräte an Pollen zur Neige gehen. Ein gutes Salweidenangebot in Flugnähe fördert die Frühjahrsentwicklung erheblich und legt den Grundstein für starke Völker zur ersten Tracht.

Die Salweide blüht zu einer Zeit, in der die Bienen nur an wenigen warmen Stunden fliegen können. Umso wertvoller ist eine Quelle, die bei den ersten Sonnenstrahlen sofort reichlich Nahrung bietet. Honig im engeren Sinne wird aus der Weidentracht kaum gewonnen, da der frühe Ertrag vollständig für die Brut verbraucht wird.

Bedeutung für Wildbienen und Naturschutz

Auch für zahlreiche Wildbienen ist die Salweide die zentrale Frühjahrstracht. Viele früh fliegende Sandbienen und Hummelköniginnen sind im zeitigen Frühjahr existenziell auf den Weidenpollen angewiesen; einige Wildbienenarten sind sogar auf Weiden spezialisiert. Die Salweide gilt damit als eine der ökologisch wertvollsten heimischen Gehölzarten für Bestäuber.

Ein wichtiger Hinweis zum Naturschutz: Das Schneiden blühender Weidenzweige („Palmkätzchen“) ist in der freien Natur vielerorts eingeschränkt oder verboten, gerade weil die Salweide für die Insektenwelt so bedeutsam ist. Wer Weidenkätzchen ernten möchte, sollte dies nur von eigenen oder ausdrücklich freigegebenen Sträuchern tun.

Salweide im Garten

Wer Platz hat, leistet mit der Pflanzung einer Salweide einen der wirkungsvollsten Beiträge zur Bienen- und Wildbienenförderung überhaupt. Die Salweide ist anspruchslos, wächst schnell und lässt sich durch Rückschnitt in Form halten. Für eine optimale Wirkung sollte – wo möglich – eine männliche Pflanze (wegen des Pollens) gewählt oder beide Geschlechter kombiniert werden. Schon ein einzelner blühender Salweidenstrauch summt im März vor Leben und ist ein Magnet für die ersten Bienen des Jahres. Wann im weiteren Jahresverlauf welche Pflanzen Tracht bieten, zeigt der Trachtkalender auf honig.wiki.

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