Löwenzahn

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Der Löwenzahn (Taraxacum officinale) ist eine der bekanntesten und häufigsten Wildpflanzen Mitteleuropas und zugleich eine wichtige Frühtrachtpflanze. Seine massenhafte Blüte im April und Mai verwandelt Wiesen in leuchtend gelbe Teppiche und liefert den Bienenvölkern in einer entscheidenden Phase der Frühjahrsentwicklung reichlich Nektar und Pollen. Aus reiner Löwenzahntracht entsteht ein kräftig gelber, intensiv schmeckender Sortenhonig.

Botanik

Der Löwenzahn gehört zur Familie der Korbblütler. Was als einzelne „Blüte“ erscheint, ist in Wirklichkeit ein Korb aus zahlreichen kleinen Einzelblüten (Zungenblüten). Die Pflanze bildet eine grundständige Blattrosette mit den charakteristisch gezähnten Blättern, aus deren Mitte hohle, milchsaftführende Blütenstängel wachsen. Nach der Blüte entstehen die bekannten kugeligen Samenstände – die „Pusteblumen“ –, deren Samen mit kleinen Fallschirmen vom Wind verbreitet werden.

Der Löwenzahn ist außerordentlich anpassungsfähig und vermehrt sich oft über Apomixis (Samenbildung ohne Befruchtung), was seine enorme Verbreitung erklärt. Er wächst auf Wiesen, Weiden, an Wegrändern, in Gärten und selbst in Pflasterritzen.

Bedeutung als Frühtracht

Für die Imkerei ist der Löwenzahn eine wertvolle Frühtracht, die zeitlich oft mit der Obstblüte und dem Raps zusammenfällt. Er liefert sowohl Nektar als auch große Mengen an eiweißreichem Pollen – beides essenziell für die rasch wachsenden Frühjahrsvölker, die viel Nahrung für die Brutaufzucht benötigen. Die Löwenzahnblüte kann die Volksentwicklung kräftig fördern.

Bei einer üppigen Löwenzahnblüte kann es sogar zu einem spürbaren Honigeintrag kommen. Wo große Wiesenflächen vom Löwenzahn dominiert werden, ist eine annähernd sortenreine Ernte möglich. Häufiger geht der Löwenzahnnektar aber in den Frühtrachthonig ein und prägt diesen mit.

Der Löwenzahnhonig

Reiner Löwenzahnhonig ist ein auffälliger Sortenhonig: kräftig gelb bis goldgelb, mit einem intensiven, kräftig-aromatischen, leicht herben Geschmack, der an die Blüte selbst erinnert. Er kristallisiert sehr schnell und feinkörnig, ähnlich dem Rapshonig, und wird dann fest und cremig. Sein markanter Geschmack macht ihn zu einem Honig mit eigenständigem Charakter, der seine Liebhaber hat.

Nicht zu verwechseln ist der echte, von Bienen erzeugte Löwenzahnhonig mit dem „veganen Löwenzahnhonig“ oder „Löwenzahnsirup“ – einem aus Löwenzahnblüten und Zucker eingekochten Brotaufstrich, der zwar honigähnlich schmeckt, aber kein Bienenprodukt und damit kein echter Honig ist.

Löwenzahn als Wildpflanze und Nützling

Über die Imkerei hinaus ist der Löwenzahn eine vielseitige Pflanze: Junge Blätter werden als Salat und Wildgemüse genutzt, die Wurzel als Kaffee-Ersatz, und in der Volksheilkunde gilt er als Heilpflanze. Für viele Wildbienen und andere Bestäuber ist der früh und massenhaft blühende Löwenzahn eine ebenso wichtige Nahrungsquelle wie für die Honigbiene. Im naturnahen Garten sollte er daher nicht als bloßes „Unkraut“ bekämpft, sondern als wertvolle frühe Bienenweide geschätzt werden – ein blühender Löwenzahnrasen ist im Frühjahr ein Festmahl für Insekten.

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