Bienentränke

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Eine Bienentränke ist eine künstlich angelegte Wasserstelle mit sicheren Landeplätzen, an der Bienen gefahrlos Wasser aufnehmen können. Ein starkes Volk der Honigbiene benötigt an heißen Sommertagen bis zu einen halben Liter Wasser täglich – für die Kühlung des Stocks und die Aufbereitung des Futtersafts für die Brut. Wo natürliche Wasserstellen fehlen oder austrocknen, wird die Tränke zur entscheidenden Infrastruktur am Bienenstand.

Warum Bienen Wasser brauchen

Wasser erfüllt im Bienenvolk drei Aufgaben. Erstens kühlen die Bienen den Stock, indem sie Wassertröpfchen auf den Waben verteilen und mit Flügelschlag Verdunstungskälte erzeugen – die Klimaanlage des Bienenstocks. Zweitens verdünnen Ammenbienen mit Wasser den Futtersaft für die Larven. Drittens lösen die Bienen im zeitigen Frühjahr kristallisierte Futtervorräte mit Wasser wieder auf. Anders als Nektar lässt sich Wasser nicht bevorraten: Der Bedarf muss täglich frisch gedeckt werden, bei Hitze von hunderten Sammlerinnen, die als Wasserholerinnen eingeteilt sind.

Eine gute Bienentränke bauen

Bienen können nicht schwimmen – Landeplätze sind deshalb das A und O. Bewährt haben sich:

  • Flache Schale mit Füllung: Kieselsteine, Murmeln oder Korken ragen aus dem Wasser und bieten trittsichere Inseln.
  • Moos- oder Schwammtränke: Wassergetränktes Moos oder ein Schwamm geben Feuchtigkeit ab, ohne Ertrinkungsgefahr.
  • Vogeltränke mit Steinzone: Funktioniert für Bienen, wenn ein Bereich mit flach auslaufenden Steinen ergänzt wird.
  • Selbstnachfüllende Geflügeltränke: Praktisch am Bienenstand, mit Steinen oder einem Holzschwimmer im Rinnenbereich.

Der Standort sollte sonnig bis halbschattig, windgeschützt und mindestens einige Meter von Sitzplätzen entfernt liegen. Wichtig ist Kontinuität: Bienen prägen sich verlässliche Wasserstellen ein und bleiben ihnen treu. Eine Tränke, die im Hochsommer leerfällt, schickt die Sammlerinnen zum Nachbarpool – genau das soll sie verhindern. Deshalb die Tränke schon im zeitigen Frühjahr einrichten, bevor sich die Völker an unerwünschte Quellen gewöhnen.

Hygiene an der Bienentränke

Stehendes Wasser veralgt und kann Krankheitskeime anreichern, zudem entwickeln sich darin Stechmückenlarven. Die Tränke deshalb wöchentlich reinigen und frisch befüllen. Ein Spritzer Apfelessig macht das Wasser für Bienen attraktiver und hemmt Algenwachstum; auf Zucker oder Honig im Wasser unbedingt verzichten – das lockt Völker in Scharen an und kann Räuberei sowie Krankheitsübertragung fördern. Leicht „abgestandenes“ Wasser mit erdigem Geruch nehmen Bienen übrigens lieber an als frisches Leitungswasser.

Von einer Bienentränke profitieren nicht nur Honigbienen: Auch Wildbienen, Hummeln, Schmetterlinge und Vögel nutzen sichere Wasserstellen – ein kleiner Beitrag mit großer Wirkung für den Insektengarten.

Häufige Fragen zur Bienentränke

Wie viel Wasser braucht ein Bienenvolk am Tag?

An heißen Tagen bis zu 500 Milliliter pro Volk, vor allem für die Stockkühlung und die Brutpflege. An kühlen Tagen sinkt der Bedarf deutlich.

Warum ertrinken Bienen in Vogeltränken und Pools?

Glatte Ränder und offene Wasserflächen bieten keinen Halt. Eine benetzte Biene kann nicht mehr abheben – Landeinseln aus Steinen, Korken oder Moos verhindern das.

Wo stelle ich die Bienentränke am besten auf?

Sonnig bis halbschattig, windgeschützt und dauerhaft am selben Platz. Am Bienenstand idealerweise in Fluglochnähe, im Garten mit etwas Abstand zur Terrasse.

Darf ich Zuckerwasser in die Bienentränke geben?

Nein. Zucker- oder Honigzusätze lösen Massenanflug und Räuberei aus und können Krankheiten zwischen Völkern übertragen. Reines Wasser genügt.