Die Kaukasische Biene (Apis mellifera caucasica), kurz Caucasica, ist eine im Kaukasus-Gebirge heimische Unterart der Westlichen Honigbiene. Sie ist bekannt für ihre Sanftmut und ihren besonders langen Rüssel, der ihr den Zugang zu Blüten ermöglicht, die anderen Bienen verschlossen bleiben.
Merkmale
- Langer Rüssel – mit bis zu 7,2 mm der längste aller Honigbienenrassen; ermöglicht das Besammeln tiefer Blütenkronen (z.B. Rotklee)
- Dunkle Färbung – grau-schwarz, ähnlich der Dunklen Biene, mit grauer Behaarung
- Ausgeprägte Sanftmut – gilt als eine der sanftmütigsten Bienen überhaupt
- Gute Sammelleistung auch bei kühlerem Wetter
Eigenschaften in der Praxis
Die Kaukasische Biene hat einige Besonderheiten, die in Mitteleuropa nicht nur Vorteile sind:
- Starker Propolisbau – sie verkittet die Beute besonders intensiv mit Propolis, was die Arbeit am Volk erschwert (klebende Rähmchen, schwer zu öffnende Beuten)
- Mäßige Winterhärte – an das Kaukasus-Klima angepasst, in nassen mitteleuropäischen Wintern anfällig für Nosematose
- Spätere Frühjahrsentwicklung
- Neigung zu Verflug und Räuberei
Wegen des starken Propolisbaus und der Krankheitsanfälligkeit ist die reine Caucasica in Deutschland selten. Ihr langer Rüssel macht sie aber als Kreuzungspartner interessant, etwa zur Verbesserung der Rotklee-Bestäubung.
Bedeutung
Die Kaukasische Biene floss historisch in verschiedene Zuchtprogramme ein, auch in die Buckfast-Zucht. Ihr außergewöhnlich langer Rüssel ist ein genetisch interessantes Merkmal für die Bestäubung von Pflanzen mit tiefen Blüten, die für Honigbienen sonst schwer erreichbar sind.