Tracheenmilbe

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Die Tracheenmilbe (Acarapis woodi) ist eine winzige, nur mikroskopisch sichtbare Milbe, die in den Atemröhren (Tracheen) erwachsener Honigbienen lebt und sich dort von der Hämolymphe (Bienenblut) ernährt. Sie verursacht die sogenannte Tracheenmilbenkrankheit oder Acariose. In Mitteleuropa spielt sie heute eine untergeordnete Rolle, war aber historisch – besonders zu Beginn des 20. Jahrhunderts – ein gefürchteter Schädling.

Biologie

Die Tracheenmilbe ist nur etwa 0,1 mm groß. Die begatteten Weibchen wandern in die vorderen Brust-Tracheen junger Bienen (bis etwa neun Tage alt) ein, dringen durch die Atemöffnungen (Stigmen) ein und legen dort ihre Eier. Die Milben durchstechen die Tracheenwand und saugen Hämolymphe. Bei starkem Befall verstopfen sie die Atemwege und schädigen die Flugmuskulatur.

Geschichtlicher Hintergrund

Die Tracheenmilbe wurde Anfang des 20. Jahrhunderts mit der sogenannten „Isle-of-Wight-Krankheit“ in Verbindung gebracht, die zwischen 1905 und 1920 massive Völkerverluste in Großbritannien verursachte. Ob die Tracheenmilbe tatsächlich die alleinige Ursache war, ist bis heute umstritten; sie wurde jedenfalls zum Symbol für die damaligen Bienensterben.

Symptome

  • Flugunfähige Bienen vor dem Stock, die kriechend umherlaufen
  • Abgespreizte Flügel in K-Stellung („K-Wing“)
  • Erhöhter Totenfall, besonders im Spätwinter und Frühjahr
  • Schwache Frühjahrsentwicklung

Diese Symptome sind unspezifisch und können auch andere Ursachen haben. Eine sichere Diagnose ist nur durch mikroskopische Untersuchung der Tracheen möglich.

Bedeutung heute

In Deutschland und weiten Teilen Europas ist die Tracheenmilbe heute selten und verursacht kaum mehr wirtschaftliche Schäden. Vermutet wird, dass die routinemäßige Varroabehandlung mit Ameisensäure – die auch gegen Tracheenmilben wirkt – den Befall als Nebeneffekt mit eindämmt. Eine gezielte Behandlung speziell gegen Tracheenmilben ist daher heute kaum nötig.

Siehe auch