Honigraum

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Der Honigraum ist der obere Teil der Beute, in dem die Bienen ihren Überschusshonig einlagern – also der Bereich, den der Imker erntet. Er ist durch ein Absperrgitter vom darunterliegenden Brutraum getrennt und bleibt dadurch frei von Brut. Der Honigraum ist damit das Herzstück der Honigernte in der Magazinimkerei.

Steckbrief Honigraum

  • Lage: obere Zarge(n) der Beute, über dem Brutraum
  • Funktion: Lager für den erntbaren Überschusshonig
  • Abgrenzung: Absperrgitter hält die Königin fern
  • Aufsetzen: zu Trachtbeginn im Frühjahr
  • Ernte: wenn der Honig reif und verdeckelt ist
  • Werkzeug: Honigschleuder zur Gewinnung

Honigraum und Brutraum

Die Magazinbeute ist funktional zweigeteilt. Der untere Brutraum ist der Brut vorbehalten: Hier legt die Königin ihre Eier, hier wächst das Volk heran, und hier lagern die Vorräte, die das Volk selbst zum Leben braucht. Der darüber liegende Honigraum dient dagegen ausschließlich als Vorratslager für den Überschusshonig – jenen Honig, den die Bienen über ihren Eigenbedarf hinaus eintragen und den der Imker ernten kann.

Das Absperrgitter

Zwischen Brut- und Honigraum liegt in der Regel ein Absperrgitter. Seine Gitterstäbe sind so bemessen, dass die schlanken Arbeiterinnen hindurchpassen, die breitere Königin jedoch nicht. So wird verhindert, dass die Königin in den Honigraum gelangt und dort Eier legt. Der geerntete Honig bleibt dadurch frei von Brut – eine Grundvoraussetzung für sauberen Schleuderhonig.

Wann wird der Honigraum aufgesetzt?

Der Honigraum wird im Frühjahr aufgesetzt, sobald zwei Bedingungen erfüllt sind: Das Volk ist stark genug (es besetzt den Brutraum gut), und die erste Tracht beginnt zu fließen. Zu frühes Aufsetzen kühlt das Volk unnötig, zu spätes Aufsetzen kann dazu führen, dass die Bienen aus Platzmangel in Schwarmstimmung geraten oder Honig im Brutraum einlagern. Bei gutem Trachtfluss wird rechtzeitig ein weiterer Honigraum aufgesetzt („Vorschauen“), bevor der vorhandene voll ist.

Reife und Ernte

Tracht für Tracht füllen die Bienen die Waben mit eingedicktem Nektar und verdeckeln sie mit Wachs, sobald der Honig reif ist. Reif bedeutet: Der Wassergehalt ist niedrig genug (in der Regel unter 18 %), sodass der Honig nicht gärt. Erkennbar ist die Reife an der Verdeckelung der Zellen und über die Spritzprobe (aus einer gekippten Wabe darf kein Nektar herausspritzen); genau messen lässt sich der Wassergehalt mit einem Refraktometer. Erst dann darf geerntet werden.

Zur Ernte entnimmt der Imker die vollen Waben, entfernt die Wachsdeckel (Entdeckeln) und schleudert sie in der Honigschleuder aus. Die leeren Waben können anschließend wieder in den Honigraum zurückgehängt werden.

Honigraum und Sortenhonig

Der Umgang mit dem Honigraum entscheidet auch über die Sortenreinheit. Wer einen Sortenhonig ernten will, leert den Honigraum vor Beginn der gewünschten Tracht und erntet ihn zügig nach deren Ende – so mischt sich kein Honig vorheriger oder folgender Trachten unter. Ein sauber geführter Honigraum ist damit die Grundlage jedes guten Sortenhonigs.

Häufige Fragen zum Honigraum

Was ist der Unterschied zwischen Brutraum und Honigraum?

Der Brutraum unten ist der Brut und den Eigenvorräten des Volkes vorbehalten. Der Honigraum oben dient als Lager für den Überschusshonig, den der Imker erntet. Ein Absperrgitter trennt beide.

Wann setzt man den Honigraum auf?

Im Frühjahr, sobald das Volk stark genug ist und die erste Tracht beginnt. Bei gutem Trachtfluss wird rechtzeitig ein weiterer Honigraum aufgesetzt, bevor der vorhandene voll ist.

Woran erkenne ich, dass der Honig reif ist?

An den zu mindestens zwei Dritteln verdeckelten Waben und an der Spritzprobe. Sicher ist die Messung mit dem Refraktometer: Der Wassergehalt sollte unter 18 % liegen.

Warum gehört ein Absperrgitter unter den Honigraum?

Damit die Königin nicht in den Honigraum gelangt und dort Eier legt. So bleibt der Erntehonig frei von Brut.

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