Drohne

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Die Drohne ist die männliche Honigbiene. Anders als die weiblichen Arbeiterinnen arbeitet sie nicht im Stock: Ihre einzige biologische Aufgabe ist die Begattung einer jungen Königin. Drohnen sind völlig harmlos, besitzen keinen Stachel und werden von den Arbeiterinnen mitversorgt. Sie treten nur in der warmen Jahreshälfte auf und werden im Spätsommer wieder aus dem Volk gedrängt.

Steckbrief Drohne

  • Geschlecht: männlich
  • Entstehung: aus unbefruchteten Eiern (Jungfernzeugung)
  • Entwicklungsdauer: rund 24 Tage – länger als Arbeiterin und Königin
  • Stachel: keiner – Drohnen können nicht stechen
  • Aufgabe: Begattung einer jungen Königin
  • Zahl im Volk: im Sommer einige hundert bis über tausend
  • Lebenszeit im Volk: nur von Frühjahr bis Spätsommer

Aussehen und Merkmale

Drohnen sind auf den ersten Blick von Arbeiterinnen zu unterscheiden: Sie sind deutlich kräftiger und gedrungener gebaut und haben auffallend große Komplexaugen, die am Kopf fast zusammenstoßen. Diese Augen brauchen sie, um die Königin im Flug zu erkennen. Ihr Flug ist laut und brummend. Ein Sammelapparat fehlt ihnen – sie haben weder Höschen zum Pollentragen noch einen ausreichend langen Rüssel, um selbst effektiv Nektar zu sammeln. Auch einen Stachel besitzen sie nicht, denn dieser ist bei den Bienen ein umgebildeter Legeapparat und damit rein weiblich.

Wie Drohnen entstehen

Drohnen entwickeln sich aus unbefruchteten Eiern – ein Vorgang, den man Jungfernzeugung (Parthenogenese) nennt. Sie besitzen daher nur einen einfachen Chromosomensatz und haben keinen Vater, wohl aber einen Großvater. Diese Besonderheit entdeckte der Bienenforscher Johann Dzierzon im 19. Jahrhundert.

Die Königin legt Drohneneier gezielt in die etwas größeren Drohnenzellen. Fehlt einem Volk die Königin und legen stattdessen Arbeiterinnen unbefruchtete Eier, entstehen ausschließlich Drohnen – ein solches Volk gilt als drohnenbrütig und geht ohne Eingreifen des Imkers zugrunde.

Begattung und Drohnensammelplätze

Zur Paarung sammeln sich Drohnen aus vielen Völkern an bestimmten Orten in der Luft, den sogenannten Drohnensammelplätzen. Diese Plätze werden über Generationen hinweg immer wieder angeflogen. Eine begattungsbereite Königin fliegt dorthin und paart sich im Flug mit mehreren Drohnen – meist mit einem Dutzend oder mehr. Für den einzelnen Drohn endet die Paarung tödlich: Sein Begattungsapparat reißt bei der Paarung ab, und er stirbt kurz darauf. Weil sich die Königin mit Drohnen aus fremden Völkern paart, sorgt dieses System für eine Durchmischung der Gene und verhindert Inzucht.

Die Rolle der Drohnen im Volk

Obwohl Drohnen weder sammeln noch bauen, sind sie kein bloßer Ballast. Ihre Anwesenheit gilt als Zeichen eines gesunden, starken Volkes im Vermehrungsmodus. Zudem tragen sie durch ihre Körpermasse zur Wärme im Brutnest bei. Ihr eigentlicher Wert liegt jedoch in der Fortpflanzung: Nur über die Drohnen gibt ein Volk seine Gene an die nächste Generation weiter.

Die Drohnenschlacht im Spätsommer

Sobald die Paarungszeit vorbei ist und die Tracht nachlässt, werden die Drohnen für das Volk zur unnötigen Last. Im Spätsommer drängen die Arbeiterinnen sie deshalb ab: Sie werden nicht mehr gefüttert und schließlich am Rückkehren gehindert, sodass sie außerhalb des Stocks verhungern. Dieser als Drohnenschlacht bezeichnete Vorgang ist trotz des martialischen Namens ein normaler Teil der Einwinterung und spart dem Volk wertvolles Winterfutter.

Bedeutung für die Imkerei

Drohnen spielen in der imkerlichen Praxis in zweifacher Hinsicht eine Rolle:

  • Varroabekämpfung: Die Varroamilbe vermehrt sich bevorzugt in der länger verdeckelten Drohnenbrut. Über die gezielte Drohnenbrutentnahme lässt sich der Milbendruck ohne Chemie deutlich senken.
  • Zucht: Für die kontrollierte Königinnenzucht werden gezielt Drohnenvölker mit erwünschten Eigenschaften an Belegstellen aufgestellt, damit sich die Jungköniginnen mit der gewünschten Genetik paaren.

Häufige Fragen zur Drohne

Können Drohnen stechen?

Nein. Der Stachel ist bei Bienen ein umgebildeter weiblicher Legeapparat. Drohnen sind männlich und besitzen ihn nicht – sie sind völlig harmlos und können nicht stechen.

Wie entsteht eine Drohne?

Drohnen schlüpfen aus unbefruchteten Eiern (Jungfernzeugung). Sie haben deshalb keinen Vater und besitzen nur einen einfachen Chromosomensatz.

Was fressen Drohnen?

Drohnen sammeln selbst keine Nahrung. Sie werden im Stock von den Arbeiterinnen mit Honig und Futtersaft versorgt.

Warum werden Drohnen im Herbst hinausgeworfen?

Nach der Paarungszeit haben Drohnen keine Aufgabe mehr, verbrauchen aber Futter. Bei der Drohnenschlacht drängt das Volk sie ab, um Wintervorräte zu sparen.

Wie viele Drohnen hat ein Bienenvolk?

In der warmen Jahreszeit leben einige hundert bis über tausend Drohnen in einem starken Volk. Im Winter gibt es normalerweise gar keine.

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