Der Abkehrbesen ist ein einfaches, aber unverzichtbares Imker-Werkzeug zum sanften Entfernen von Bienen von einer Wabe oder Beutenwand. Er kommt vor allem beim Honigschleudern, bei der Ablegerbildung und bei der Bekämpfung der Drohnenbrütigkeit zum Einsatz.
Bauformen
- Klassischer Pferdehaar-Abkehrbesen – mit langen, weichen Pferdehaaren; rutscht sanft über die Wabenoberfläche
- Kunsthaar-Abkehrbesen – mit weichen Nylon- oder Polyester-Borsten; günstiger und leichter zu reinigen
- Mehrreihiger Wabenbesen – mit zwei oder drei Borstenreihen für stärkeres Abkehren
Verwendung
Der Abkehrbesen wird vor allem bei der Honigernte eingesetzt: Die abgenommene Honigwabe wird mit langsamen, ruhigen Strichen abgekehrt, damit die Bienen zurück ins Volk fliegen. Wer zu hektisch arbeitet, reizt die Bienen unnötig und erhöht das Stichrisiko.
Bei der Ablegerbildung dient der Abkehrbesen zum gezielten Abkehren von Bienen aus einem Brutwabentransfer. Bei drohnenbrütigen Völkern werden die Bienen vor das Vereinigungsvolk gekehrt.
Pflege und Reinigung
Der Abkehrbesen sollte nach jedem Einsatz mit warmem Wasser und milder Seife gereinigt werden – sonst sammelt sich Propolis und Honigreste in den Borsten und können Krankheitserreger zwischen Völkern verschleppen. Aus Hygiene-Gründen sollten beim Verdacht auf Faulbrut separate Abkehrbesen für die betroffenen Völker verwendet werden.
Alternativen
Wer auf den Abkehrbesen verzichten möchte, kann mit einer Federfahne (Gänsefeder) arbeiten – das traditionellste und sanfteste Werkzeug. Oder mit einem Luftpuster bzw. Bienenabbläser – ein motorisches Gerät, das die Bienen mit Luft von den Honigwaben treibt; nur für größere Berufsimkereien interessant.