Die Westliche Honigbiene (Apis mellifera) ist die in Europa, Afrika und dem Nahen Osten ursprünglich heimische Art der Honigbienen und die mit Abstand wichtigste Nutzbiene der Welt. Durch den Menschen wurde sie auf alle Kontinente außer der Antarktis verbreitet. Wenn umgangssprachlich von „der Biene“ oder „der Honigbiene“ die Rede ist, ist fast immer die Westliche Honigbiene gemeint.
Steckbrief Westliche Honigbiene
- Wissenschaftlicher Name: Apis mellifera
- Ursprüngliche Heimat: Europa, Afrika, Naher Osten
- Heute: weltweit verbreitet (außer Antarktis)
- Unterarten: über 25 Rassen
- Lebensweise: staatenbildend, überwintert als Volk
- Wichtigste Rasse in Mitteleuropa: Carnica
- Hauptnutzen: Bestäubung, dazu Honig und weitere Produkte
Stellung im System der Honigbienen
Die Gattung Apis umfasst mehrere Arten. Die wichtigsten sind:
- Westliche Honigbiene (Apis mellifera) – Europa, Afrika, Naher Osten
- Östliche Honigbiene (Apis cerana) – Asien
- Riesenhonigbiene (Apis dorsata) – Süd- und Südostasien
- Zwerghonigbiene (Apis florea) – Süd- und Südostasien
Innerhalb der Westlichen Honigbiene werden über 25 Unterarten (Rassen) unterschieden, die sich an unterschiedliche Klimazonen und Lebensräume angepasst haben.
Wichtige Unterarten und Zuchtformen
In der mitteleuropäischen Imkerei spielen vor allem folgende Formen eine Rolle:
- Kärntner Biene (Carnica) – die in Deutschland und Österreich verbreitetste Rasse; sanftmütig, schwarmfreudig
- Buckfast – eine Zuchtbiene aus mehreren Rassen; ertragsstark und sanft
- Dunkle Europäische Biene (A. m. mellifera) – die ursprüngliche europäische Landrasse, heute selten und unter Naturschutz
- Italiener (Ligustica) – goldgelb, weltweit verbreitet
- Kaukasier (Caucasica) – langrüsselig, sanftmütig
Daneben gibt es die Afrikanisierte Honigbiene, eine durch Kreuzung entstandene, sehr verteidigungsbereite Form in Amerika.
Lebensweise
Die Westliche Honigbiene lebt als staatenbildendes Insekt in einem Volk von im Sommer 30.000 bis 60.000 Tieren. Ein Volk besteht aus:
- einer Königin – dem einzigen voll fortpflanzungsfähigen Weibchen
- mehreren zehntausend Arbeiterinnen – unfruchtbaren Weibchen, die alle Stockarbeiten verrichten
- einigen hundert bis tausend Drohnen – den männlichen Tieren, nur im Sommer
Das Volk überwintert als Einheit und bildet eine Wintertraube, um sich warm zu halten – eine Besonderheit, die die Westliche Honigbiene von vielen tropischen Bienenarten unterscheidet.
Bedeutung
Die Westliche Honigbiene ist weit mehr als eine Honigproduzentin. Ihre Bestäubungsleistung für Wild- und Kulturpflanzen ist volkswirtschaftlich um ein Vielfaches wertvoller als die Honigerzeugung. Ein großer Teil der menschlichen Nahrungspflanzen ist auf Insektenbestäubung angewiesen, an der die Honigbiene maßgeblich beteiligt ist.
Gleichzeitig ist sie durch Varroamilbe, Pestizide, Trachtmangel und Krankheiten unter Druck geraten – Themen, die die moderne Bienenhaltung prägen.
Häufige Fragen zur Westlichen Honigbiene
Ist „Honigbiene“ dasselbe wie „Westliche Honigbiene“?
Im Alltag ja. „Honigbiene“ ist der Oberbegriff für die Gattung Apis, doch in Europa ist damit praktisch immer die Westliche Honigbiene (Apis mellifera) gemeint.
Was ist der Unterschied zur Östlichen Honigbiene?
Die Östliche Honigbiene (Apis cerana) ist die asiatische Schwesterart. Sie ist kleiner, weniger ertragreich, kommt aber besser mit der Varroamilbe zurecht, mit der sie ursprünglich gemeinsam lebte.
Welche Rasse hält man in Deutschland?
Überwiegend die Kärntner Biene (Carnica), daneben die Zuchtform Buckfast. Die ursprüngliche Dunkle Europäische Biene ist selten geworden und steht unter Schutz.
Wie viele Unterarten gibt es?
Über 25 anerkannte Unterarten, die sich an verschiedene Klimazonen angepasst haben – dazu kommen mehrere Zuchtformen wie die Buckfast.