Die Sackbrut ist eine durch das Sackbrutvirus (englisch Sacbrood Virus, SBV) verursachte Viruserkrankung der Bienenbrut. Befallene Larven sterben kurz vor oder nach der Verdeckelung ab und verwandeln sich in ein charakteristisches, mit Flüssigkeit gefülltes „Säckchen“ – daher der Name. Die Sackbrut tritt meist im Frühjahr und Frühsommer auf und verläuft in der Regel mild.
Erreger und Verlauf
Das Sackbrutvirus befällt die Larven, die das Virus mit dem Futter aufnehmen. Die infizierte Larve kann sich nicht mehr normal zur Puppe häuten. Unter ihrer Haut sammelt sich Flüssigkeit an, sodass sie wie ein kleiner, mit Wasser gefüllter Sack aussieht, wenn man sie aus der Zelle hebt.
Die abgestorbene Larve trocknet später zu einem typischen, gondel- oder kahnförmigen Schorf mit aufgebogenem Kopfende ein, der sich – anders als bei der Amerikanischen Faulbrut – leicht und ohne Fadenbildung aus der Zelle entfernen lässt.
Symptome
- Sackförmige Larven – mit Flüssigkeit gefüllt, beim Anheben „wassersackartig“
- Lückiges Brutbild mit verstreut abgestorbenen Zellen
- Eingesunkene, teils durchlöcherte Zelldeckel
- Gondelförmige, leicht ablösbare Schorfe
- Keine fadenziehende Masse (Unterscheidung zur Amerikanischen Faulbrut)
Bedeutung und Behandlung
Die Sackbrut ist meist eine Schwächekrankheit: Sie tritt vor allem bei gestressten oder geschwächten Völkern auf und verschwindet oft von selbst, sobald sich die Bedingungen verbessern. Starke Völker räumen befallene Larven zügig aus.
Eine spezifische Behandlung gibt es nicht. Hilfreich sind:
- Volk stärken – gute Trachtbedingungen, ausreichende Bienenmasse
- Umweiseln – eine Brutpause durch Königinnenwechsel unterbricht den Infektionszyklus, eine widerstandsfähigere Linie kann helfen
- Wabenhygiene – Wabenerneuerung
- allgemeine Maßnahmen gegen Stress, insbesondere Varroakontrolle
Wichtig ist die sichere Abgrenzung von der Amerikanischen Faulbrut: Bei jedem unklaren, lückigen Brutbild mit eingesunkenen Deckeln sollte im Zweifel eine Untersuchung erfolgen, um die gefährlichere Faulbrut auszuschließen.