Schulimkerei

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Schulimkerei bezeichnet die Imkerei als Lehr- und Lernform an Schulen, Kindergärten und in der außerschulischen Bildungsarbeit. Sie verbindet Naturpädagogik, Biologieunterricht und praktisches Lernen am lebenden Bienenvolk und hat in den letzten zwei Jahrzehnten in Deutschland einen erheblichen Aufschwung erlebt – getragen vom wachsenden öffentlichen Interesse an Bienen, Bestäubung und Insektensterben.

Was Schulimkerei leistet

Schulimkerei kombiniert mehrere Bildungsziele in einem einzigen Projekt:

  • Biologisches Verständnis – Insektenmorphologie, Sozialverhalten, Ökologie
  • Naturerleben – direkter Kontakt mit lebenden Tieren, Beobachten des Jahreszyklus
  • Handwerkliches Lernen – Umgang mit Werkzeug, Wachs-Verarbeitung, Honigschleudern
  • Ökonomisches Denken – Honigverkauf, Etikettierung, Kostenrechnung
  • Verantwortung übernehmen – ein Tier kontinuierlich versorgen lernen
  • Beruhigung und Konzentration – die Arbeit am Bienenvolk verlangt ruhige, achtsame Bewegungen

Praktische Umsetzung

Die meisten Schulimkereien werden als Arbeitsgemeinschaft oder Wahlfach organisiert. Typisch sind zwei bis fünf Bienenvölker, betreut von einer Lehrkraft mit eigener Imker-Erfahrung oder mit einem ehrenamtlichen Patenimker. Die Schüler übernehmen unter Anleitung typische Imkertätigkeiten – Durchsicht, Honigernte, Bauen von Rähmchen, Etikettieren der Honiggläser.

Rahmenbedingungen

  • Sichere Beutenaufstellung – getrennt vom Pausenhof, am besten in einem geschützten Schulgartenbereich
  • Versicherungsschutz – Imker-Haftpflicht (oft über den Imkerverein), Verständnis mit Schulträger
  • Schutzausrüstung für Kinder – Imkerschleier in passenden Größen, Schutzhandschuhe
  • Allergie-Aufklärung – vor jedem Schuljahr Eltern informieren und Allergie-Anamnese
  • Hygiene-Vorgaben – wer Honig verkauft, muss sich an Lebensmittelhygiene-Vorgaben halten (auch in Schulen)
  • Bienenseuchen-Verordnung – Anmeldung beim Veterinäramt erforderlich

Förderprogramme und Unterstützung

Viele Bundesländer fördern Schulimkereien finanziell oder organisatorisch. Auch Imkerverbände, Naturschutzorganisationen und Stiftungen bieten Materialien, Patenimker-Programme und Schulungen. Das Bildungsministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat über die Bieneninstitute mehrere Lehr-Materialien für die Schulimkerei herausgegeben. Auch der Deutsche Imkerbund bietet entsprechende Programme an.

Erfahrungen

Schulen mit langjähriger Schulimkerei berichten von durchweg positiven Erfahrungen: stärkere Bindung der Schüler an die Schule, höhere Motivation im Biologieunterricht, deutlich weniger Berührungsängste mit Insekten und ein gewachsenes Bewusstsein für ökologische Zusammenhänge. Aus manchen Schulimker-AGs sind später Berufsimker hervorgegangen.

Siehe auch