Flugling

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Ein Flugling ist eine besondere Form des Ablegers, der ausschließlich aus Flugbienen (älteren, schon eingeflogenen Sammelbienen) ohne Brut und ohne Königin gebildet wird. Der Flugling ist eine wirkungsvolle imkerliche Maßnahme zur Schwarmverhinderung und gleichzeitig eine Möglichkeit, neue Völker zu schaffen.

Wie ein Flugling gebildet wird

  1. Eine neue, leere Beute wird am Standort des starken Wirtschaftsvolks aufgestellt – direkt neben oder anstelle der bestehenden Beute
  2. Das alte Wirtschaftsvolk wird einige Meter zur Seite versetzt
  3. Die Flugbienen – das sind die älteren Bienen, die das Flugloch des alten Standorts kennen – kehren nach kurzer Zeit zurück und finden statt der vertrauten Beute die neue leere Beute am ursprünglichen Platz
  4. In die neue Beute werden leere Mittelwände oder Leerwaben eingehängt; die Bienen beginnen sofort mit dem Wabenbau und der Volksbildung
  5. Eine fertige Weiselzelle oder eine begattete Königin wird dem Flugling zugesetzt

Wozu der Flugling gut ist

  • Schwarmverhinderung – durch das Wegnehmen der Flugbienen verliert das Wirtschaftsvolk schlagartig die Sammlerinnen; der Schwarmtrieb erlischt
  • Volksvermehrung – der Flugling entwickelt sich bei richtiger Königinnen-Zuführung zu einem vollwertigen Volk
  • Behandlung gegen Varroa – der Flugling ist brutfrei, das macht ihn ideal für die Behandlung mit Oxalsäure

Unterschied zu anderen Ablegern

Im Gegensatz zu einem klassischen Brutableger, der mit Brutwaben und Jungbienen gebildet wird, besteht der Flugling fast ausschließlich aus älteren, flugerfahrenen Bienen. Er hat den Vorteil, dass das Wirtschaftsvolk dadurch keine Brut verliert – nur Flugbienen, die ohnehin am Lebensende stehen.

Eine Variante ist der Saugling (oder Sammelbrutableger), bei dem Brutwaben aus mehreren Wirtschaftsvölkern zusammengestellt werden – das Gegenstück zum Flugling.

Siehe auch