Weißklee

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Der Weißklee (Trifolium repens), auch Kriechklee genannt, ist eine Pflanzenart, die zur Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae oder Leguminosae) gehört.

Beschreibung

Illustration
Stängel mit Laubblattstiel und trockenhäutigen, zu einer tütenförmigen Scheide verwachsenen und in eine grannenartige Spitze verschmälerten Nebenblättern.
Laubblatt
Blütenkopf, die unteren Blüten sind abgeblüht und herabgeschlagen
Blütenstiele mit winzigen Deckblättern am Grund.
Blüte
Samen

Erscheinungsbild und Blatt

Der Weißklee ist eine ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 5 bis 20 Zentimetern. Er bildet eine kräftige Pfahlwurzel und einen verzweigten „Erdstock“, jedoch keine unterirdischen Ausläufer. Der kahle, kriechende Stängel wird 5 bis 30, selten bis zu 40 Zentimeter lang und bildet an den Knoten Wurzeln. Er wurzelt bis 70 Zentimeter tief.[1]

Alle Laubblätter sind scheinbar grundständig, aufgrund der liegenden Sprossachse, angeordnet und in Blattstiel sowie Blattspreite gegliedert. Der Blattstiel ist bis zu 20 Zentimeter lang. Die Blattspreiten sind dreizählig gefingert. Die Blattfiedern sind bei einer Länge von meist 1 bis 2,5, selten bis 4 Zentimetern ein- bis zweimal so lang wie breit und breit-elliptisch bis verkehrt-eiförmig mit gestutztem oder schwach ausgerandetem oberen Ende. Der Blattrand ist fein gezähnt. Es gibt rund 20 Paare schwacher, gabeliger Seitennerven. Die kahlen Blattfiedern meist lebhaft grün, häufig tritt eine helle Querbinde auf. Die Nebenblätter sind trockenhäutig und tragen am oberen Ende eine grannenartige Spitze.

Blütenstand und Blüte

Die Blütezeit reicht von Mai bis Oktober. Auf 5 bis 30 Zentimeter langen Blütenstandsstielen stehen die mit einem Durchmesser von 1,5 bis 2,4 Zentimetern kugeligen, köpfchenförmige Blütenstände, die 40 bis 80 Blüten enthalten. Die Einzelblüten sind deutlich gestielt und nach der Anthese hängend. Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Der Kelch ist zehnnervig, fast kahl und etwa halb so lang wie die Krone. Er hat einen offenen, kahlen Schlund. Die Kelchzähne sind schmal lanzettlich, die beiden oberen sind länger als die anderen und fast so lang wie die Kelchröhre. Die Krone ist 6 bis 12 mm lang, weiß, nach dem Verblühen hellbraun.

Frucht und Samen

Die Hülsenfrucht ist linealisch, abgeflacht, hat eine dünne Wand, beinhaltet drei bis vier Samen und ist zwischen den Samen eingeschnürt. Die Samen sind eiförmig bis rundlich nierenförmig, ihre Farbe ist schwefel- bis orangegelb.

Chromosomenzahl

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 32.[1]

Blütenökologie

Blütenökologisch handelt es sich um nektarbildende Schmetterlingsblumen. Sie haben einen Klappmechanismus und duften leicht nach Nektar. Die Blüten werden von zahlreichen Insektenarten besucht, der Bestäubungsmechanismus kann jedoch nur von Apoiden wie der Honigbiene ausgelöst werden. Selbstbestäubung kommt beim Weißklee so gut wie nicht vor.

Schädlinge und Krankheiten

Der Weißklee wird häufig von Cymadothea trifolii befallen.[2] Die Rostpilze Uromyces trifolii-repentis und Uromyces trifolii befallen den Weißklee ebenfalls.[3]

Vorkommen

Der Weißklee ist in Europa, Nordafrika, Südwest- sowie Zentralasien weit verbreitet. Vorlage:StaatslastigEr kommt in Deutschland nahezu in allen durch die Floristische Kartierung erfassten Rasterflächen vor und ist damit hier eine der am weitesten verbreiteten Pflanzenarten.[4]

Der Weißklee besiedelt hauptsächlich Wiesen und Weideland. Da er sehr trittresistent ist, ist er oft auch an Wegrändern und in Sportanlagen zu finden. Er kommt gern zusammen mit Lolium perenne vor und ist eine Charakterart des Verbands Cynosurion. Er gedeiht aber auch in Gesellschaften der Ordnungen Arrhenatheretalia oder Plantaginetalia.[1] Er bevorzugt nährstoffreiche, leicht kalkhaltige, lehmige, feuchte Böden und wächst auch in Sandboden, welcher noch Hafer trägt. Er kommt in Mitteleuropa von Meeresniveau bis auf über 2200 Meter Seehöhe in den Alpen vor. In den Allgäuer Alpen steigt er bis zu einer Höhenlage von 2000 Metern auf.[5]

Systematik

Es können zwei Unterarten unterschieden werden:[6]

  • Trifolium repens subsp. repens
  • Trifolium repens subsp. prostratum Vorlage:Person: Sie unterscheidet sich durch behaarte Stängel und Blütenstiele.[1] Sie kommt in West- und Südeuropa und in Vorderasien vor.[6]

Verwendung

Landwirtschaftliche Nutzung

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Bestäubung

In der Landwirtschaft wird Weißklee auch als Futterpflanze angebaut. Er bläht weniger, ist nahrhafter als der rote Wiesenklee (Trifolium pratense) und eignet sich gleich gut für den Schnitt und für die Weide. Er bleibt zwar niedriger als der rote Klee; doch ist sein Ertrag im Sandboden nur um ein Drittel geringer, und überdies füttert sich das Heu besser. Er ist besonders wertvoll, wo künstliche Triften angelegt werden müssen, und wird auch mit rotem Wiesenklee im Gemenge gesät. Die Samengewinnung ist reicher und weit bequemer als bei letzterem.

Man sät auf ein Hektar 10 bis 15 kg und erntet von einem Hektar 40 bis 60 Zentner Heu.

Als Leguminosen versorgen die Pflanzen außerdem den Boden mit Stickstoff. Aus diesem Grund und weil er sich als bodendeckende Ausläuferpflanze zur Unkrautunterdrückung eignet, wird der Weißklee (als sog. „Ladino-Klee“, Trifolium repens lodigense) auch in der Permakultur nach Fukuoka Masanobu sehr geschätzt.[7] Vorlage:Belege Der Weißklee eine wichtige Bienentrachtpflanze mit sehr gutem Nektar- und gutem Pollen-Trachtwert. Im Gegensatz zum Rotklee, der hauptsächlich von langrüsseligen Hummelarten bestäubt wird, erreichen beim Weißklee auch die kurzrüsseligen Honigbienen den Nektarspiegel. Erträge von 100 kg Honig je Hektar sind möglich.

Nutzung als Heilpflanze

Der Weißklee war früher als Heilpflanze bekannt und wird heute nur noch selten unter der Bezeichnung "Flores Trifolii albi" (Weißkleeblüten) angeboten. Im Kraut und in den Blüten konnten 12 verschiedene Flavonoide,[8] Triterpensaponine,[9] Isoflavonoide und Coumestrol mit östrogener Wirkung[10] und Bicumarine[11] nachgewiesen werden.

Toxikologie

Vorlage:Belege Die Blätter des Weißklees geben bei Verletzung Blausäure ab, die in diesem Fall für Schnecken besonders giftig ist.

Kulturelle Bedeutung

Vierblättriges Kleeblatt

Die typischen dreizähligen Kleeblätter spielen eine Rolle auf Wappen sowie als Symbol für Irland.

Vierblättrige Kleeblätter, die als Glücksbringer gelten, findet man bei Wildpflanzen nur selten. Nach neueren molekulargenetischen Untersuchungen ist dies vermutlich darauf zurückzuführen, dass die Merkmale für die Mehrblättrigkeit im Laufe der Evolution rezessiv geworden sind. Nur wenn durch besondere Umweltverhältnisse, die im Regelfall dominante Ausprägung der Dreiblättrigkeit inhibiert wird, werden als Ausnahmefall vierzählige Kleeblätter gebildet. Allerdings ist vom Weißklee für den Garten und Balkonkästen unter dem Namen Vierblättriger Schokoklee, Quadrifolium Purpureum, eine anspruchslose vierblättrige Kultursorte erhältlich.[12]

Der im Blumenhandel zu Neujahr angebotene „Glücksklee“ (Oxalis tetraphylla) gehört dagegen zur Familie der Sauerkleegewächse (Oxalidaceae).

Belege

  • Vorlage:BibISBN
  • Vorlage:BibISBN
  • Margot Spohn, Marianne Golte-Bechtle: Was blüht denn da? Die Enzyklopädie: über 1000 Blütenpflanzen Mitteleuropas. Kosmos, Stuttgart 2005, ISBN 3-440-10326-9.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3131-5. Seite 593-594.
  2. Beschreibung der Kleeschwärze mit Abbildungen auf www.pflanzenkrankheiten.ch
  3. Peter Zwetko: Die Rostpilze Österreichs. Supplement und Wirt-Parasit-Verzeichnis zur 2. Auflage des Catalogus Florae Austriae, III. Teil, Heft 1, Uredinales. (PDF; 1,8 MB).
  4. Vorlage:VKFloraweb
  5. Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, Seite 130. IHW-Verlag, Eching bei München, 2004. ISBN 3-930167-61-1
  6. 6,0 6,1 Datenblatt Trifolium repens In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.
  7. Masanobu Fukuoka: In Harmonie mit der Natur. 2. Auflage. Pala, Darmstadt 1998, ISBN 3-923176-47-3, S. 63.
  8. Vorlage:Literatur
  9. Vorlage:Literatur
  10. Vorlage:Literatur
  11. Vorlage:Literatur
  12. Grün- und Strukturpflanzen für Balkonkästen, S. 34

Weblinks

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