Buchweizen

Aus Bienen- / Imker-Wiki
Wechseln zu:Navigation, Suche
Echter Buchweizen (Fagopyrum esculentum)

Buchweizen (Fagopyrum) ist eine Pflanzengattung in der Familie der Knöterichgewächse (Polygonaceae). Die 15 bis 16 Arten sind in Eurasien und im östlichen Afrika verbreitet.

Trotz der Bezeichnung Buchweizen handelt es sich nicht um Getreide, sondern um ein Pseudogetreide. Da die Früchte des Buchweizens glutenfrei sind,[1] spielt deren Mehl eine wichtige Rolle bei der Ernährung von Menschen mit Zöliakie. Die bekannteste Art der Gattung Fagopyrum ist der Echte Buchweizen (Fagopyrum esculentum).

Beschreibung

Illustration des Tatarischen Buchweizen (Fagopyrum tataricum)
Achänen des Tatarischen Buchweizen (Fagopyrum tataricum)

Vegetative Merkmale

Die Buchweizen-Arten sind ein- oder mehrjährige krautige Pflanzen oder seltener Halb- bzw. Zwergsträucher. Sie bilden Pfahlwurzeln. Der Stängel ist aufrecht und kahl oder fein behaart.

Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die einfachen, ganzrandigen Blattspreiten sind schief und dreieckig, breit oval, herzförmig, linealisch oder pfeilförmig mit spitzem oder gestutztem oberen Ende. Das Scheidchen ist häutig.

Generative Merkmale

Die seiten- oder endständigen, traubigen oder schirmförmigen Blütenstände enthalten viele Blüten. Buchweizen-Arten sind einhäusig (monözisch); die Blüten sind meist alle zwittrig, selten sind einige Blüten männlich, dann sind aber beide Blütentypen an einer Pflanze.[2] Die Blütenhülle ist fünfzählig und haltbar. Die fünf Blütenhüllblätter sind nicht weiterwachsend. Es sind acht freie Staubblätter vorhanden. Die Staubbeutel sind weiß, rosafarben oder rot. Die drei zurückgebogenen Griffel sind verlängert. Die Narben sind kopfig.

Die Achänen sind dreieckig und an der Basis nicht gehörnt oder geflügelt.

Laubblatt und Blütenstand von Fagopyrum cymosum
Laubblätter und Blütenstände von Fagopyrum esculentum

Systematik und Verbreitung

Die Gattung Fagopyrum wurde durch Philip Miller aufgestellt. Der Gattungsname Fagopyrum leitet sich aus dem lateinischen Wort fagus für Buche und griechischen Wort pyrus für Weizen ab und bezieht sich auf die bucheckernförmigen Früchte.[2]

Die 15 bis 16 Fagopyrum-Arten kommen ursprünglich in Eurasien und im östlichen Afrika vor. In China kommen zehn Arten vor, sechs davon nur dort.[3] In vielen Teilen der Welt sind Fagopyrum esculentum und Fagopyrum tataricum verwildert (Neophyten).

Es gibt ungefähr 15 bis 16 Arten:[3][4]

Anbaugebiete

Fagopyrum esculentum und Fagopyrum tataricum werden in den gemäßigten Gebieten der Welt angebaut. Buchweizen wird in China seit 4600 Jahren und in Japan seit 3500 Jahren kultiviert.[2]

In Österreich stammen unter anderem aus dem Jauntal Erwähnungen aus dem Jahr 1442. In diesem Gebiet wird der Buchweizen auch heute noch kultiviert. Aus diesem Grund zählt er in Österreich als Jauntaler Hadn zu den Traditionellen Lebensmitteln.[1]

Wirtschaftliche Bedeutung

Im Jahr 2014 wurden laut FAO weltweit 1,92 Millionen Tonnen Buchweizen geerntet. Die zehn größten Produzenten ernteten zusammen 96,1 % der Welternte.

Die größten Buchweizenproduzenten weltweit (2014)[6]
Rang Land Menge
(in t)
1 Vorlage:RUS 661.764
2 Vorlage:CHN 564.900
3 Vorlage:UKR 167.440
4 Vorlage:FRA 111.300
5 Vorlage:POL 83.499
6 Vorlage:USA 83.000
7 Vorlage:BRA 64.000
8 Vorlage:KAZ 46.530
9 Vorlage:LIT 35.600
10 Vorlage:Japan 31.100
Welt 1.924.082

Verwendung

Geschälte Buchweizenkörner

Geschälte Buchweizenkörner werden zu Graupen, Grütze, Grieß oder Mehl, das landschaftlich Heidemehl oder Heidenmehl genannt wird, verarbeitet. Damit werden in erster Linie Breigerichte, aber auch Suppen, Fladen und Nudeln hergestellt. Ab einer Beimischung von 20 % zu Weizen- oder Roggenmehl darf das Brot als Buchweizenbrot bezeichnet werden. Buchweizenmehl ist nicht eigenbackfähig. Buchweizengrütze wirkt aufgrund ihrer hohen Quellfähigkeit ähnlich stark sättigend wie Hirse.[7] In Nordamerika sind Buchweizenpfannkuchen, serviert mit Ahornsirup, eine beliebte Spezialität. Auch die bretonische Galette (Bretonisch Krampouezhenn) besteht aus Buchweizenmehl, sie ist die herzhafte Variante der im deutschen Sprachraum bekannteren Crêpe. In der japanischen Küche haben Buchweizennudeln (Soba) und Buchweizen-Tee (Sobacha) einen festen Platz.

Inzwischen wird der Buchweizen auch als Energiepflanze für Biogasanlagen getestet. Da er eine so kurze Vegetationszeit hat, lässt er sich noch nach der Getreideernte anbauen und blüht bis in den Spätherbst.[8]

Gesundheit

Das rotfarbige Häutchen, das die Körner umgibt, kann nach dem Verzehr Allergien auslösen (Fagopyrismus), welche durch Einwirkung von Sonnenlicht zu Hautekzemen führen können. Daher ist vor dem Verzehr von ungeschälten Buchweizenkörnern zu warnen. Ungeschälter Buchweizen sollte daher vor dem Verzehr heiß gewaschen oder gekocht werden. Der rote Schleim sollte abgeschöpft werden.[7]

Literatur

  • Li Anjen, Suk-pyo Hong: Fagopyrum., S. 320–323 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zhengyi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 5: Ulmaceae through Basellaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis 2003, ISBN 1-930723-27-X.
  • Harold R. Hinds, Craig C. Freeman: Fagopyrum. - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 5: Magnoliophyta: Caryophyllidae, part 2, Oxford University Press, New York und Oxford 2005, ISBN 0-19-522211-3.
  • Helmut Göppel: Gesunde Ernährung & heilende Helfer von Mutter Erde. Helfra, Illertissen 2014, ISBN 978-3-00-045764-7.

Weblinks

Vorlage:Commonscat

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Vorlage:TradLebensmittel abgerufen am 15. Februar 2013.
  2. 2,0 2,1 2,2 Harold R. Hinds, Craig C. Freeman: Fagopyrum. - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 5: Magnoliophyta: Caryophyllidae, part 2, Oxford University Press, New York und Oxford 2005, ISBN 0-19-522211-3.
  3. 3,00 3,01 3,02 3,03 3,04 3,05 3,06 3,07 3,08 3,09 3,10 Li Anjen, Suk-pyo Hong: Fagopyrum., S. 320–323 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zhengyi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 5: Ulmaceae through Basellaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis 2003, ISBN 1-930723-27-X.
  4. 4,0 4,1 4,2 4,3 4,4 Vorlage:GRIN
  5. Vorlage:FloraWeb
  6. FAO, Erntestatistik der FAO 2017, auf fao.org, abgerufen am 23. Oktober 2017.
  7. 7,0 7,1 Vorlage:Literatur
  8. Biogas Bayern: Neue und wiederentdeckte Energiepflanzenarten

Vorlage:Normdaten